Gesellschaft Freunde der Künste

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von Franz Grillparzer

Weh dem, der lügt!, Premiere am 22.1.2010, Theater Graz

Gregor: „Dein Wort soll aber sein: Ja, ja; nein, nein.“

Für Gregor, Bischof im Frankenland zur Zeit der Merowinger, ist die Lüge das schlimmste Übel der menschlichen Natur. Dies trichtert er auch seinem Küchenjungen Leon ein, der sich anbietet, Gregors Neffen Atalus aus der germanischen Kriegsgefangenschaft zu befreien. Leon bezweifelt, dass er Gregors „Weh dem, der lügt!“ in seiner Unbedingtheit entsprechen kann; dennoch versucht er, Atalus unter strikter Einhaltung der Wahrheit zu befreien. Er lässt sich als Koch beim Grafen Kattwald, der Atalus gefangen hält, anstellen, und macht keinen Hehl aus seinem Plan, den Franken zu befreien.

Doch gerade diese dreiste Ehrlichkeit führt dazu, dass niemand seine Worte ernst nimmt. Kattwalds Tochter Edrita, die gegen ihren Willen mit dem dummen Galomir verheiratet werden soll, wird zu seiner Verbündeten; sie hilft ihm, Attalus zu befreien, und schließt sich den beiden Männern auf ihrer Flucht von Kattwalds Hof an. Unterwegs stoßen die drei auf eine Reihe von Hindernissen, die es ihnen schwer machen, das bischöfliche Wahrheitsgebot nicht zu verletzen. Schließlich wird Leon eine letzte Prüfung der Wahrhaftigkeit abverlangt: das Geständnis seiner Liebe zu Edrita.

Weh dem, der lügt! wurde 1839 am Hofburgtheater uraufgeführt. Im Zentrum des Stücks steht die Frage, ob eine absolute Norm – das Gebot, stets die Wahrheit zu sagen – den Anforderungen der Wirklichkeit tatsächlich standhalten kann und ob die beiden Welten, die in Grillparzers Stück aufeinander treffen – die Lichtwelt des Bischofs und die Schattenwelt des Grafen Kattwald – nicht letztlich dieselben Eigenschaften bergen.

Der junge Regisseur Tobias Kratzer, Preisträger in sämtlichen Kategorien beim Grazer Ring Award 2008, führt mit Grillparzers komödiantisch-philosophischem Märchenspiel zum ersten Mal Regie am Schauspielhaus Graz.

Premiere am 22.1.2010

Weitere Aufführungen bis zum 3.3.2010

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