Gesellschaft Freunde der Künste

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Was ist MUT? Jugendliche in den Deichtorhallen Hamburg beantworten die Fragen aus Ihrer Sicht am 10. bis 16.2.2009

Ein Kunstprojekt für 100 Schüler von 13 Schulen initiiert von „Werte erleben e. V.“ und der Deichtorhallen Hamburg in Kooperation mit „gestaltBildung e. V.“ (Wiesbaden) und der Flughafen Hamburg GmbH

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt arbeiten seit September 2008 rund 100 Hamburger Schüler der Klassen 7., 8. und 9. aus 13 verschiedenen Schulen aller Schulformen in vier Gruppen an gemeinsamen Kunstwerken zum Thema „Mut“. Diese werden nach der feierlichen Eröffnung am 9.2.09 bis zum 16.2. in der großen Deichtorhalle präsentiert, um anschließend vom 1. März bis 13. April 2009 in der Hauptkirche St. Katharinen ausgestellt zu werden.

Das Projekt hatte sich zum Ziel gesetzt, die Kreativität von Jugendlichen zu fördern und sie zu ermuntern sich mit künstlerischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.. Dafür wurde den Schülern in den vergangenen fünf Monaten ein umfangreiches Programm geboten: Vorträge in den Deichtorhallen von Kreativen wie dem Architekturbüro BRT Bothe Richter Teherani, dem Trickfilmer und Illustrator Kai Pannen, der Fuenfwerken Design AG und dem Manga-Zeichner Jürgen Seebeck gaben Einblicke in die Arbeitswelt, ebenso wie Ausflüge zu Unternehmen wie der Werbeagentur Scholz & Friends, den Werkstätten von Studio Hamburg und dem Deutschen Schauspielhaus und Ausstellungsorten wie dem Westwerk und dem Kunstverein in Hamburg.

Mit den Hamburger Künstlern Michael Baltzer (Bildender Künstler), Sabine Flunker (Illustratorin und Bühnenbildnerin), André Lützen (Fotograf) und Petra Schoenewald (Bildende Künstlerin) wurden den Schülern vier kompetente Gruppenleiter an die Seite gestellt.

Als Arbeitsmaterial erhielten die Schüler je ein von „gestaltBildung“ zur Verfügung gestelltes, eigens dafür konzipiertes Skizzenbuch, um ihre Ideen zu sammeln und zur individuellen kreativen Betätigung zu motivieren. In praktischen Workshops in vom Hamburger Flughafen zur Verfügung gestellten großzügigen 400-qm-Räumen arbeiteten die Schüler jahrgangs- und schul(form)übergreifend an mehreren Wochenenden an ihren Kunstwerken.

Wie sich in der praktischen Gruppenarbeit gleich zeigte, hatte der unterschiedliche Bildungs- und Sozial-Hintergrund der Schüler weder Einfluss auf das Thema noch auf die Teamfähigkeit. Von Anfang an wurde konzentriert rein künstlerisch an dem Thema Mut gearbeitet, einer der Werte, den „Werte erleben e. V.“ durch ihr Engagement fördern will.

So weit wie der Begriff Mut reicht, so breit ist die Palette der rund 20 gemeinsamen Kunstwerke, die die Schüler entwickelt haben.

Für die Gruppe von Michael Baltzer ist Mut z.B., sich als Einzelkämpfer gegen die Masse, den Mainstream zu stellen. Vor einer 4 x 5 m großen Collage mit dem Arbeitstitel „Tsunami“ sieht man 1,80 m große erwachsene Gestalten vor einer großen Welle fliehen. Nur eine einzige jugendliche Figur stellt sich in ihrer Pose mutig und schützend gegen die Welle.

Den Mut, andere Wege zu gehen, die eigene Welt und Umgebung aus einer anderen Perspektive zu betrachten, setzte die Gruppe um André Lützen in ihren fotografischen Arbeiten um. So entstanden seriell angelegte Arbeiten, die den eigenen Schulweg bspw. aus der Perspektive eines Hundes erlebbar machen.

Dass man Werte allgemein und so auch Mut nicht kaufen kann, macht die Installation eines lebensgroßen Kiosk deutlich, den ein Teil der Gruppe um Sabine Flunker entwickelte. In den angebotenen Flaschen und Verpackungen mit der Aufschrift Mut findet sich leider nichts als Luft.

Daneben gibt es plastische und malerische Arbeiten in der Gruppe von Petra Schoenewald, die sich mit dem Mut, dazwischen zu gehen, sich einzumischen und Zivilcourage zu zeigen, auseinander setzten oder auch den Mut, sich für jemanden zu entscheiden, wie beim ersten Kuss. Auch der Mut zwischen Angst, Gefahr, Leichtsinn und Mutprobe taucht in den Schülerarbeiten auf.

Die Schüler haben eine anregende aber auch anstrengende Zeit hinter sich, bei der sie durch selber Ausprobieren vielfältige Erfahrungen sammeln konnten, nicht jeder hat das durchgehalten. Umso stolzer können diejenigen auf sich sein, die drangeblieben sind und ihre Kunst in den Deichtorhallen erleben können.

Ausstellungsort: Deichtorhallen Hamburg: www.deichtorhallen.de vom 10. bis 16.2.2009 sowie 1.3 - 13.4. 2009 in der Hauptkirche St. Katharinen

Pressekonferenz am Montag, 9. Februar 2009 um 11 Uhr
Eröffnung am Montag, 9. Februar  um 18 Uhr