Am Anfang steht ein Schiffbruch. Am Ende der Ehehafen. Dazwischen nimmt eine fulminante Verwechslungskomödie ihren Lauf, deren Protagonisten leider wenig zu lachen haben.
Viola strandet an der Küste Illyriens, ihr Zwillingsbruder Sebastian ist verschollen, wenn nicht gar tot. Kurzerhand beschliesst sie, als Mann verkleidet, in den Dienst des Herzogs Orsino zu treten. Orsino schickt Viola — alias Cesario — als Liebesboten zum Objekt seines Begehrens: der Gräfin Olivia. Kein leichter Auftrag für Viola, die sich ihrerseits in den Herzog verliebt hat. Olivia wiederum verfällt Cesario und wird zudem vom Ritter Bleichenwang begehrt. Eine wenig hoffnungsvolle Lage: Zwischen Sein und Schein ist nicht zu unterscheiden. „Ich bin nicht, was ich bin“, sagt die als Frau nicht erkennbare Viola zur um sie werbenden Olivia. Erst das Erscheinen des Zwillingsbruders Sebastian entwirrt das Beziehungsgeflecht mit dem Resultat einer dreifachen Hochzeit.
Ein Happy-End? Shakespeare erzählt nicht nur von Liebessehnsucht und sexueller Lust „so hungrig wie die See“, sondern auch von der Austauschbarkeit sexueller Identität. Unter dem Deckmantel der Komödie erlebt der Zuschauer die Beliebigkeit des Begehrens und die Flüchtigkeit des Ichs als menschliche Dilemmata.
Für die Regisseurin Barbara Frey ist „Was ihr wollt“ nach einem Sonette-Abend, „Wie es euch gefällt“ sowie „Der Sturm“ bereits die vierte Auseinandersetzung mit dem Werk von William Shakespeare.
Aufführungen bis zum 28.3.2010
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