Anlässlich der Ausstellung unheimlich vertraut . Bilder vom Terror hält der US-amerikanische Kunsthistoriker und Bildtheoretiker W.J.T. Mitchell am Freitag, den 2. Dezember 2011, um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema Das historisch Unheimliche. Die Ausstellung wird noch bis 4. Dezember 2011 im Postfuhramt, Oranienburger Strasse 35/36, gezeigt.
Über historische Romanzen, Tragödien und Farcen, über historische Ironien und Wiederholungen wird viel gesprochen, jedoch die Idee des historisch Unheimlichen, die zwischen dem Genre des Fantastischen und der Detektivgeschichte angesiedelt ist, wurde bis jetzt noch nie systematisch erforscht.
Dieser Vortrag ist ein Versuch gerade das zu tun. W.J.T. Mitchell analysiert eine Auswahl an Schlüsselbildern und -metaphern, die den öffentlichen Diskurs in der Ära nach dem 11. September strukturieren. Eine besonderer Betonung liegt in der unheimlichen Verbindungen zwischen Realität und Fantasie, dem Literarischen und Metaphorischen, dem Geist und dem Doppelten.
Bilder vom Terror haben eine enorme, nachhaltige Wirkung, der wir uns kaum entziehen können. Sie brennen sich tief in unser kollektives Gedächtnis ein. Die Ausstellung untersucht über die mediale Verarbeitung von Fotografien ihre Bedeutung für unsere tägliche Bildkultur sowie die entscheidende Rolle der Massenmedien.
errorbilder sind nicht nur Abbildungen, die ein Ereignis dokumentieren. Sie verweisen immer auf einen Sachverhalt außerhalb ihrer eigenen Existenz. Sie sind mehr als reine Medien, die unter Nutzung ihres ästhetischen Potentials Deutungen transportieren.
In der modernen Mediengesellschaft ist die Fotografie ebenso Waffe wie Ziel. So ist es von der Reproduktion der Tat im Bild zum Bild als Tat ein kurzer Weg. Die mediale Wirklichkeit entspricht nicht immer der Realität. Bilder besitzen sogar die Fähigkeit, Realität zu erzeugen.
W.J.T. Mitchell, 1942 geboren, studierte von 1961 bis 1963 Anglistik und Kunstgeschichte an der Michigan State University. 1968 promovierte er an der Johns Hopkins University Baltimore und war von 1968 bis 1977 Dozent an der Ohio State University.
Seit 1977 ist er Professor an der University of Chicago. Als international renommierter Theoretiker im Bereich der Bildwissenschaft hat er zahlreiche Bücher herausgebracht – unter anderem Iconology (1986), Picture Theory (1994), What Do Pictures Want?: The Lives and Loves of Images (2006) und Cloning Terror: The War of Images, 9/11 to the Present (2011).
W.J.T. Mitchell ist Herausgeber der Zeitschrift Critical Inquiry und Mitarbeiter der Zeitschrift October. Von 2004 bis 2005 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Weitere Informationen zu W.J.T. Mitchell unter humanities.uchicago.edu/faculty/mitchell/cv.htm.
Die Ausstellung „unheimlich vertraut . Bilder vom Terror“ ist anlässlich des 10. Jahrestages des 11. September 2001 entstanden und wurde von Felix Hoffmann für C/O Berlin kuratiert. Es werden ca. 200 Arbeiten aus dem Bildarchiv des SPIEGEL sowie von rund 30 Künstlern gezeigt. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag Walther König erschienen.
Das historisch Unheimliche
Phantome, Doppelungen und Wiederholungen
im Krieg gegen den Terror
Vortrag von W.J.T. Mitchell
Der Vortrag ist auf Englisch.
Termin Freitag, 2 Dezember 2011 . 19 Uhr
Eintritt frei
Ausstellung 10. September bis 4. Dezember 2011
Öffnungszeiten täglich . 11 bis 20 Uhr
Eintritt 10 Euro . ermäßigt 5 Euro
Katalog im Verlag Walther König erschienen
Ort C/O Berlin im Postfuhramt
Oranienburger Straße 35/36 . 10117 Berlin
Veranstalter C/O Berlin
International Forum For Visual Dialogues
Pressekontakt Mirko Nowak
Telefon 030.28 44 41 641 . presse@co-berlin.com
Auguststraße 5a . 10117 Berlin
www.co-berlin.com
presse@co-berlin.com
Sponsoren Hauptstadtkulturfonds . Philip Morris GmbH
Unterstützer Botschaft der USA . prohelvetia
Medienpartner tip . taz . Dinamix

