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»Wem der Schuh passt, der zieht ihn an«

Von Heuchelei und Pharisäertum - »Tartuffe« am 17.4.2010 in Frankfurt am Main

»Wem der Schuh passt, der zieht ihn an«, heißt es, wenn sich jemand grundlos angegriffen fühlt. Und obwohl Molière sein Spiel mit den bürgerlichen Werten im »Tartuffe« ausgesprochen raffiniert einfädelte, fühlten sich die einflussreichen Kreise Frankreichs durch die Uraufführung so beleidigt, dass sie ihren König zwangen, das Skandalstück absetzen zu lassen.

Insbesondere die Figur des frommen Heuchlers, der vorgibt, ganz durchgeistigt und dem Diesseits abgewandt zu sein, während er tatsächlich raffgierig und geil ist, wurde als Verhöhnung der Religion gebrandmarkt.

Dabei hätten doch gerade die Frommen für die Demaskierung von Heuchelei und Pharisäertum Partei ergreifen müssen. Erst fünf Jahre später hob der König das Verbot auf, und seitdem treiben Tartuffe und sein selbstgerechtes Opfer, Monsieur Orgon, – zumindest auf den Bühnen dieser Welt – ihr Spiel durch die Jahrhunderte quicklebendig weiter.

Inwiefern auch wir Heutigen uns in Molières Gestalten wiederfinden können, wird auf der Bühne des Schauspielhauses der schwedische Regisseur Staffan Valdemar Holm untersuchen. Holm gilt als einer der wichtigsten lebenden Theatermacher Schwedens.

Er war Mitbegründer des Nyt Skandinavisk Försöks-teater in Kopenhagen, leitete das Malmö Dramatiska Teater von 1992 bis 1998, war Direktor des Königlichen Stockholmer Dramaten von 2002 bis 2008 und inszenierte Wagners Ring-Tetralogie an der Königlichen Oper in Stockholm. Seine Inszenierungen wurden zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen.

Aufführungen bis zum 26.4.2010

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