Der Medienkünstler Volker Hildebrandt setzt sich in seinen Arbeiten besonders mit den Spielarten der menschlichen Wahrnehmung auseinander.
Verblüffend sind seine Spiele mit den Gesetzen der Optik und mit den Graden der Bildauflösung durchaus. Das ist zwar noch lange keine Kunst – aber das interessiert ihn auch gar nicht.
Er will zeigen, was hinter der Fähigkeit zu optischer Wahrnehmung stecken könnte, hinter den Oberflächen und Gestalten, hinter all dem, was man „Sehen“ zu nennen gewohnt ist.
In der Deggendorfer Ausstellung „Augen.blick.mal“ wendet er sich dem Auge zu, dem Sinnesorgan der menschlichen Wahrnehmung schlechthin. Er stellt in der Deggendorfer Ausstellung das Sehen, Ansehen und Gesehenwerden ins Zentrum seiner künstlerischen Arbeit.
Hildebrandt bedient sich dabei unterschiedlicher Techniken, von der traditionellen Malerei, über die Fotografie bis hin zum Videobild.
Augen werden gerne als Spiegel der Seele bezeichnet. Volker Hildebrandt sieht generell jedes Kunstwerk als einen Spiegel an, in dem sich der Betrachter selber mehr oder weniger gut sehen kann. Jeder Betrachter sieht etwas Anderes. Anders: jeder sieht das Gleiche. Nämlich letztlich sich selbst. Da aber jeder anders ist…
Was geschieht, wenn auf einem Bild nichts zu sehen ist als Augen? Eines oder viele. Die sich zudem bewegen, „leben“. Einem Video-Bild, welches Augen zeigt. Wenn ein Bild „schaut“, tut es das, was sonst der Betrachter eines Bildes tut. Vermeintlich (natürlich kann ein Bild nicht „schauen“).
Es schaut nicht wirklich, aber es zeigt das, was der Betrachter tut, ohne es selbst zu können. Es ist also ein Bild, was zeigt, was mit Bildern geschieht.
Es ist ein Schaubild. Ein Schaubild über Bilder. Oder: ein Schau-Bild über Bilder-Schauen.
Volker Hildebrandt ist 1953 in Duisburg geboren und lebt und arbeitet seit 1988 in Köln.
Er unterrichtet u.a. als Gastdozent an der Hochschule Deggendorf im Fachbereich Medientechnik. Die Ausstellung wurde am Donnerstag, den 10. Junium 19 Uhrin der Stadtgalerie im Stadtmuseum eröffnet.
Dabei wurde auch „Medienkunst“ live produziert. Es fanden Dreharbeiten zu „I love You a lovely art project“, sowie Liveschaltungen zum Internetfernsehen „doschauher TV“ und Filmaufnahmen für die Sendung „Tiefenrausch“ statt.
Birgitta Petschek-Sommer M.A.
Leiterin der Museen
Stadtmuseum, Östlicher Stadtgraben 28
mit Stadtgalerie im Stadtmuseum
Handwerksmuseum, Maria Ward Platz 1
Postfach 1920, 94459 Deggendorf
Tel: 0991/ 2960-550 oder 555
Fax: 0991/ 2960-559
Email: birgitta.petschek@deggendorf.de
Internet: www.deggendorf.de
oder www.museen-deggendorf.de
|
|

