Der in Berlin lebende französische Künstler Vincent Tavenne (*1961) ist in den letzten Jahren insbesondere durch seine aufsehenerregenden textilen Zelt-Objekte einem größeren Publikum bekannt geworden. Die unkonventionellen malerischen und skulpturalen Formulierungen des Schülers von Ulrich Rückriem entwickeln sich nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines in den vergangenen Jahrzehnten radikal erweiterten Skulpturenbegriffs und einer zunehmend sozial und kommunikativ determinierten, handlungsbezogenen Plastik.
In Tavennes gedankenreichen wie zugleich von mannigfachen Sinnesreizen bestimmten Arbeiten geht es immer erneut um die Vorstellungs- und Erlebnisweisen des Raumes, um das Ausloten seiner Begriffe und Wesenheiten. Als Maler wie als Bildhauer bringt Tavenne dabei die unterschiedlichsten Techniken, Formate und Materialien zum Einsatz: Neben architektonischen Stoff- oder Holzskulpturen von monumentalem Ausmaß erstellt er fragile Objektassemblagen, entwickelt konzeptuell geprägte Malereien auf Papier oder schafft Bronzegüsse von surreal verfremdeten Gegenständen des alltäglichen Konsums. Indem sich der Betrachter diese Werke zumeist erst in der prozesshaften, eigenleiblichen Bewegung erschließt, wird er selbst zum Teil der skulpturalen Situation.
Die erste museale Einzelausstellung des Künstlers wird neben neu geschaffenen, raumbezogenen Stoffskulpturen auch großformatige Gouache-Zeichnungen sowie skulpturale Objekte aus verschiedenen Werkphasen präsentieren. In ihrer Kombination aus ortspezifischer Installation und retrospektiven Blickpunkten wird die Saarbrücker Ausstellung dem Betrachter einen umfassenden Einblick in das künstlerische Schaffen und Ideengut Tavennes gewähren.
Dauer der Ausstellung 27. März 2010 bis 06. Juni 2010
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