Gesellschaft Freunde der Künste

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Verdi Oper Simon Boccanegra am Theater Freiburg bis 19.6.2009

Wer ist wer? Kaum eine Oper stellt die Identität der handelnden Personen so komplex in Frage wie »Simon Boccanegra«, die Geschichte vom Freibeuter und Dogen Genuas. Über ein Vierteljahrhundert erstreckt sich die Handlung in drei Akten und einem Prolog, die in erster Linie die Begegnungen sich ständig unter neuem Pseudonym verbergender Personen zeigt. Was auf politischer Ebene den Konflikt durch Intrigen zuspitzt, kulminiert im privaten Bereich zur wahren Tragik: Vater und Tochter finden erst im Augenblick des Todes zusammen. Machterhalt scheint also bedingungslos an die Aufgabe der eigenen Individualität gebunden zu sein. Verdi präsentiert in der überarbeiteten Version von 1881 ein düsteres Gemälde von Machtbesessenheit und ihren Folgen, das trotzdem oder gerade deshalb eine tiefe Sehnsucht nach der Utopie von verantwortungsvoller Menschlichkeit durchpulst.
Regisseur dieser späten Verdi-Oper ist Marcus Lobbes, der letzte Spielzeit in Freiburg Krzysztof Pendereckis »Die Teufel von Loudun« und Felicia Zellers »Kaspar Häuser Meer« inszeniert hat. Diese Produktion war bei den Mühlheimer Theatertagen eingeladen und hat den Publikumspreis erhalten. In der Fachzeitschrift »Theater heute« wurde er als Nachwuchsregisseur des Jahres nominiert.

Oper in einem Prolog und drei Akten von Giuseppe Verdi in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Termine: Theater Freiburg www.theater.freiburg.de vom 19.4. bis 19.6.2009

  

  

  

Victoria Behr

  

  

  

  

  

  

  

  

  

Philharmonisches Orchester Freiburg

Opernchor des Theater Freiburg

Pressestimmen: 

»Längst ist insgeheim von Fabrice Bollons Freiburger Interpretation die Rede, von seinem tiefen Eindringen in Verdis gerade hier so singuläre Tonsprache – woran Bernhard Moncados schlagkräftiger Chor und das konzentrierte Philharmonische Orchester starken Anteil haben. Der Dirigent trifft die Emotionalität der Gestalten nachgerade hingebungsvoll. Die obligaten Instrumentalsoli werden mit hoher Klangsensibilität gehegt, die delikaten Farbwerte behutsam aufgespürt.

Starker Zuspruch, kein Muckser dagegen.« Badische Zeitung

»Man muss schon einen guten Tag erwischen, um an den großen Opernhäusern ein solches Niveau geboten zu bekommen wie an diesem Freiburger Premierenabend.

Das Philharmonische Orchester Freiburg präsentiert sich in Bestform.

Die nächsten Superlative gelten den Solisten.

Juan Orozco (Simone Boccanegra) ist ein hochdramatischer Bariton der allerersten Güte. In Gary Jankowski als Fiesco hat er einen rabenschwarzen Bass gegenüber, der nach leicht verhaltenem Beginn im Laufe des Abends enorm zulegt. Der großartige lyrische Tenor Dong Won Kim hat inzwischen auch den notwendigen Punch, um die Emotionen des Gabriele Adorno extrovertiert auszudrücken. Und Jana Havranová (Amelia Grimaldi) demonstriert erneut ihre Klasse, wenn sie in den höchsten Höhen ihren leuchtenden Sopran ins Pianissimo zurücknimmt und dieser rauen Oper Glätte und Geschmeidigkeit schenkt.« Südkurier

»Ein fulminanter »Simone Boccanegra« beschert dem Freiburger Theater den nächsten Publikumsrenner.

Nach solch einem packenden Abend ist man einfach nur glücklich.« crescendo  das Klassikmagazin