Der Deutsche Pavillon präsentiert bei der 54. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia – eine Ausstellung mit Werken Christoph Schlingensiefs. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt und Kuratorin des Deutschen Pavillons, stellt die Ausstellung heute gemeinsam mit Elke aus dem Moore, Leiterin der Abteilung Kunst des Instituts für Auslandsbeziehungen, in Venedig vor.
Auch Aino Laberenz, Ehefrau und langjährige engste Mitarbeiterin Schlingensiefs, war bei der Eröffnung des Pavillons vor Ort.
Nach dem Tod von Christoph Schlingensief entschied die Kuratorin Susanne Gaensheimer gemeinsam mit Aino Laberenz, das von ihm skizzenhaft angedachte Projekt nicht zu realisieren, sondern bereits existierende Werke im Pavillon zu zeigen.
In Zusammenarbeit mit einem Team, bestehend aus langjährigen Weggefährten wie Carl Hegemann, Thomas Goerge, Voxi Bärenklau, Heta Multanen und Frieder Schlaich, und auf der Basis von Gesprächen mit Chris Dercon, Alexander Kluge und Matthias Lilienthal entstand das Konzept für den Pavillon.
Die ausgewählten Werke geben einen repräsentativen Einblick in Christoph Schlingensiefs vielschichtiges Œuvre und decken insbesondere die Bereiche Theater, Film/Video und Afrika ab.
So ist im mittleren Hauptraum des Deutschen Pavillons die Bühne des Fluxus-Oratoriums "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" installiert, das Schlingensief für die Ruhrtriennale im Jahr 2008 geschrieben hat.
Das im rechten Seitenflügel eingerichtete Kino zeigt ein Programm von sechs ausgewählten Filmen aus verschiedenen Schaffensperioden Schlingensiefs. Der linke Seitenflügel widmet sich dem von Christoph Schlingensief in Afrika gegründeten Operndorf, das in der Nähe von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, entsteht.
Deutscher Pavillon eröffnete mit Werken Christoph Schlingensiefs
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) koordiniert im Auftrag des Auswärtigen Amts seit 1971 den Auftritt des Deutschen Pavillons in Venedig. Es veröffentlicht ein umfangreiches Kompendium über die Geschichte der deutschen Beiträge zur Venedig-Biennale und pflegt ein Dokumentationsarchiv zu internationalen Biennalen.
Darüber hinaus unterstützt das ifa die Teilnahme von deutschen und in Deutschland lebenden Künstlern an Biennalen weltweit. Elke aus dem Moore, Leiterin der Abteilung Kunst des ifa, zur Realisierung des Deutschen Pavillons 2011: "In enger Abstimmung mit der Kuratorin Susannne Gaensheimer und ihrem Produktionsteam haben wir die Arbeit am Pavillon begleitet.
Durch den Tod von Christoph Schlingensief im Sommer letzten Jahres war dies für alle Beteiligten keine leichte Aufgabe. Im Zentrum der Arbeit des Instituts für Auslandsbeziehungen steht der internationale Kunstaustausch.
Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung für Christoph Schlingensief richtig und wichtig. Schlingensiefs Arbeit stellt das Miteinander in den Vordergrund und lässt das Wissen unterschiedlicher Kulturen zusammenfließen.
Wir freuen uns auf eine spannende Auseinandersetzung mit seiner Arbeit und auf einen Deutschen Pavillon, der sich kritisch und lebendig mit Fragen der nationalen Identität und den Herausforderungen und Verschiebungen auseinandersetzt, die eine globalisierte Welt mit sich bringt."
Quelle und weitere Informationen:
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