Ein Abend über den Traum vom selbstbestimmten Arbeiten und dem Ende der Lohngesellschaft. Mit Götz Werner (dm-Aufsichtsrat und Gründer, Grundeinkommensbefürworter), Fritz Kuhn (MdB, Stellv. Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen) und Dr. Anja Lemke (Kulturwissenschaftlerin, DFG Netzwerk Kunst und Arbeit).
Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Oktober geht es jetzt zusammen mit den Partnern der Veranstaltungsreihe Utopie Station, der Heinrich Böll Stiftung und dem Ernst-Bloch-Zentrum, in die zweite Runde: Am 8. Dezember lädt das Nationaltheater Mannheim zu einem Salon zum Thema Zukunft der Arbeit.
Lohnarbeit macht zwar nur einen Teil unseres täglichen Tuns aus, prägte aber über Jahrhunderte unsere gesellschaftliche Stellung und unsere Vorstellung eines sinnvollen Lebens. Nun sagen Soziologen und Ökonomen jedoch das Verschwinden der Lohnarbeit voraus. „In Zukunft wird Arbeit etwas für Eliten sein“, prophezeite der US-amerikanische Soziologe Jeremy Rifkin in den neunziger Jahren. Durch die Ausschläge an den internationalen Finanzmärkten und sektorale Umwälzungen in den Industrienationen ist die Frage nach einem Neudenken der Arbeitswelt dringlicher denn je. Fritz Kuhn von Bündnis90/Die Grünen glaubt, dass wir uns statt von den Jobs von der „Droge Wachstum“ verabschieden müssen. Eine Millionen neue Jobs verspräche die ökologische Wende – wenn wir denn bereit sind umzudenken.
Der dm-Gründer und Anthroposoph Götz Werner dagegen will Einkommen und Arbeit ganz entkoppeln, mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, das jeden Bürger in die Lage versetzen soll, nur noch die Arbeit anzunehmen, die er auch wirklich tun will. Eine Gesellschaft von Künstlern, die nur das arbeiten, was ihre Neigung und ihre Überzeugung ihnen aufgibt? Bereits jetzt schon gilt der Künstler als das Modell des Alleinselbständigen: flexibel, risikobereit, kreativ – und arm. Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Anja Lemke forscht gemeinsam mit Wissenschaftlern in ganz Deutschland zur Figur des Künstlers und dem Mythos des selbstbestimmten kreativen Arbeitens.
Wie wird also unsere Arbeit in Zukunft aussehen? Und wird es die klassische Festanstellung mit kontinuierlicher Renteneinzahlung und geregelten Arbeitszeiten überhaupt noch geben? Wollen wir überhaupt noch alle arbeiten, womöglich ein Leben lang? Und wie könnte ein Wirtschaftssystem aussehen, das Erziehung, private Pflege, Hausarbeit und unser tägliches Engagement für unsere Mitmenschen und unsere Gesellschaft sinnvoll einbindet?
Moderiert wird der Abend von der Berliner Kuratorin und Autorin Adrienne Goehler, für musikalische Zwischentöne sorgt erneut der elektronische Crooner Oliver Augst.
UTOPIE STATION: Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Ein utopischer Salon über den Traum vom selbstbestimmten Arbeiten und dem Ende der Lohngesellschaft mit Fritz Kuhn (MdB, Stellv. Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen), Götz Werner (dm- Gründer und Aufsichtsrat) und Dr. Anja Lemke (Kulturwissenschaftlerin, DFG Netzwerk Kunst und Arbeit). Moderation: Adrienne Goehler. Musik: Oliver Augst.
Eine Veranstaltung des Nationaltheater Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen und der Heinrich Böll-Stiftung (Landesstiftung Baden-Württemberg und Bundesstiftung)Kartentelefon: 0621- 16 80 150 oder unter www.nationaltheater-mannheim.de
Kontakt
Sandra Strahonja
Pressereferentin Oper und Schauspiel
Nationaltheater Mannheim
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