Seit Langem dient die Utopie sowohl als Ausgangspunkt
künstlerischer Auseinandersetzung aber auch als Modell für
Künstlergemeinschaften. Anfang des 19. Jahrhunderts
entstanden in Anlehnung an die mittelalterlichen Zünfte
Bruderschaften, die dem utopische Ideal der kollektiven
Arbeit nachgingen und sich in selbst gegründete Dörfer
zurückzogen.
Ihre Blütezeit erlebten die utopischen
Strömungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als Künstler,
Architekten, Kunstgewerbler und Schriftsteller in der
ästhetischen Lebensweise und handwerklichen Tradition einen
Ausgleich zur Unansehnlichkeit und Geschäftigkeit der Städte
suchten. Die Avantgarde nach dem Ersten Weltkrieg verfolgte
das Ziel einer idealen, in der Abstraktion verkörperten
Harmonie und glaubte an die Möglichkeit einer
gesellschaftlichen Erneuerung durch Kunst und Kunstgewerbe.
Utopia Matters präsentiert eine Reihe internationaler
Fallstudien aus der Zeit von 1800 bis 1933 – als das
Berliner Bauhaus geschlossen wurde und der Faschismus und
Stalinismus Projekte dieser Art entweder verbot oder in ihr
negatives Spiegelbild umkehrte – und untersucht die
Entwicklung utopischer Ideen in der modernen westlichen
Kunsttheorie und -praxis. Gezeigt werden Arbeiten der Les
Primitifs, Nazarener, Präraffaeliten, von William Morris und
Arts and Crafts, von der Cornish Colony, den
Neoimpressionismus, des De Stijl, Bauhaus und russischer
Konstruktivismus.
Dauer der Ausstellung 23. Januar bis 11. April 2010
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