Gesellschaft Freunde der Künste

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Premiere am 26. September 2010, 20.00 Uhr

Urfaust: Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe in Innsbruck bis 31.10.2010

Dankenswerterweise entdeckte im Jahr 1887 der Literaturhistoriker Erich Schmidt im Nachlass des Weimarer Hoffräuleins Luise von Göchhausen die Abschrift eines Faust-Fragments, das Goethe, sein Elternhaus in Frankfurt verlassend, im Winter 1775/76 am Hofe des jugendlichen Herzogs
Karl August in Weimar vorgelesen hatte. Goethe, der diese offene Abfolge von Szenen, ein ungebändigtes Kaleidoskop in Vers- und Prosaform in seiner Sturm- und Drangphase mit 23 Jahren niederschrieb, wollte bei Lebzeiten nie eine Veröffentlichung dieser Texte, gleichwohl er sich mit dem Fauststoff 60 Jahre seines Lebens beschäftigte.

Goethe sorgte 1783 mit seiner Unterschrift, gegen die Empfehlung des Herzogs, maßgeblich an der Hinrichtung der jungen Anna Katharina Höhn mit, einer Magd aus Tannroda, die ihren Sohn kurz nach der Geburt tötete, und involvierte sich damit nicht nur schriftstellerisch lebenslang in den Fauststoff.

Seine erste Bearbeitung ist ein Faust ohne Prolog im Himmel, ohne Osterspaziergang, Hexenküche und Walpurgisnacht. Der Urfaust konzentriert sich auf die Liebesgeschichte der Protagonisten, auf Faust, Margarete und Mephistopheles und rückt die Gretchentragödie als Zeitgeistdrama in den Mittelpunkt.

237 Jahre nach der Entstehung stellt sich die nachdrückliche Frage, was sich am Fauststoff „historisch noch nicht erledigt hat“ (Brecht), was im Mittelpunkt einer heutigen Rezeption stehen könnte. Die Inszenierung bewegt sich in den individuellen und sozialen Auseinandersetzungen einer multikulturellen Parallelgesellschaft, in der existentielle Fragen nach dem Glauben, der Ehre,
der Tradition, von Sexualität und Liebe, von Emanzipation und Moral eine Vitalisierung der Faust-Tragödie erfahren.

Regie: Reinhard Göber
Der Berliner studierte Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin und an der Hochschule „Ernst Busch“ Berlin. Seit 1988 Inszenierungen u.a. an den Stadt- und Staatstheatern von Bonn, Hannover, Kassel, Linz, Mainz, Luzern, Bielefeld, Dortmund, Oberhausen, Essen, Meiningen, Konstanz und Saarbrücken. 2000-02 Oberspielleiter des Schauspiels am Theater Lübeck.

Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. beim 13. NRW Theatertreffen Köln, Theaterpreis der Stadt Oberhausen 1995. Seit 2005 Lehraufträge an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und an den Universitäten von Saarbrücken, Flensburg, Trier, Paderborn, Innsbruck und Wien. 2010 gründete er in Wien die Theatergruppe
„Razumovsky-Ensemble“.


Bühne: Helfried Lauckner, Ausstattungsleiter des TLT

Kostüme: Andrea Kuprian Studium Bühnengestaltung und Kostüm an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz. Preisträgerin beim internationalen Bühnenbildwettbewerb zum Thema Rheingold. Seit 2000
freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin, zuletzt in Graz, am Staatstheater Oldenburg und bei den Tiroler Volksschauspielen. Am TLT entwarf sie bereits Kostüme u.a. für Tod eines Handlungsreisenden, Hexenjagd, Die Wildente, Tartuffe und Frühlings Erwachen.


Mit:
Faust ………………………….Helmuth A. Häusler
Mephistopheles …………… Burkhard Wolf
Margarethe ………………….. Julia Rosa Stöckl
Marthe ……………………….. Ulrike Lasta
Student / Frosch …………… Edwin Hochmuth
Valentin / Siebel ……………..Michel Heil
Liesgen / Brander ……………Elena-Maria Kanpp


Weitere Vorstellungen:
September: 29.
Oktober: 1., 3., 7., 8., 17., 18. (10.00 Uhr), 20., 21., 22., 31.

 

E i n f ü h r u n g sma t i n e e z u Ur f a u s t
S o n n t a g , 1 9 . S e p t emb e r 2 0 1 0 , 1 1 . 3 0 Uh r
Im R a hme n d e s Ma t i n e e nMa r a t h o n s - E i n t r i t t f r e i

 

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