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Schuld, Liebe, Rache, Hass, Vergeltung und Tod

Unter dem Titel „Medea Metamorphosen“ gibt Angelika Wende, freischaffende Künstlerin und Moderatorin des Kultur Salons Mainz,einen Einblick in ihre Malerei

Unter dem Titel „Medea Metamorphosen“ gibt Angelika Wende, freischaffende Künstlerin und Moderatorin des Kultur Salons Mainz, in der Galerie ka5 erstmals einen Einblick in ihre Malerei.

„Medea Metamorphosen “, so Angelika Wende, ist eine malerische Auseinandersetzung mit dem Mythos der Medea. Zwei Jahre hat mich diese Figur in ihrer Ambivalenz und Tiefe nicht losgelassen. Medea ist eine Frau, die leidenschaftlich liebt und leidenschaftlich tötet. Eine zutiefst komplexe, psychologisch hoch spannende Figur.

Schuld, Liebe, Rache, Hass, Vergeltung und Tod sind archetypische Themen, die, weil sie zutiefst menschlich sind, jeden von uns angehen, wenn auch nicht in der Radikalität und Intensität der Medea“. Die Arbeiten sind auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Mann, Frau und Beziehung. „Ich male“, sagt die Künstlerin, „weil ich in diesem Prozess so sehr bei mir selbst bin, wie bei keiner anderen Tätigkeit.

Wenn ich male denke ich, die immerzu denkt, nicht. Ich folge meiner Intuition, meiner inneren Stimme, meinem Gefühl und meiner Sicht von Welt. Am Ende ist da ein Bild gewordenes Etwas. Ich sehe was ich getan habe - unmittelbar, sobald der Prozess des Malens abgeschlossen ist.“

Mit Acrylfarbe vielschichtig mit dem Malspachtel auf Leinwand oder MDF Platte aufgetragen und modelliert, Blau und Rot als Primärfarben gegeneinander ausspielend - warm und konkret, das Rot, vergeistigt und nebulös, das Blau nebulös - zeigen die klein- und großformatigen Werke die inneren Zustände der Medea bis hin zur Hybris des Mythos.

Wendes Bilder sind figurativ, expressiv und abstrahierend. Auf eine subtile Weise berühren sie den Betrachter durch eine Tönung verhaltener Melancholie.

Heiko Schulz

Angelika Wende ist keine staatlich lizenzierte Künstlerin. Sie hat keinen Abschluss einer Kunsthochschule oder ähnliches vorzuweisen. Manchmal empfindet sie ihre Bilder als "handwerklich nicht ausgereift". Das mag stimmen, doch sie hat etwas das vielen "Meisterschülern" fehlt: innere Notwendigkeit. Der Trieb, die Ereignisse der Welt malerisch zu verarbeiten, ist tief in ihr verwurzelt.

Der Medea Zyklus konfrontiert den Betrachter mit einer ungeschönten aber auch zugleich unumstößlich notwendigen Bildwelt. Diese lockt durch ihre Intensität. Wir sehen Figuren. Einzelne, im Paar, im Drei-Mensch-Verhältnis. Gemalt in einem Stil, der sich von der  Individualität des abgebildeten Subjekts entfernt und als Stilmittel die Reduktion der Form zu nutzen weiß.

In dieser Reduktion wird von dem konkreten Menschen, von der konkreten Situation, auf das Allgemeine abstrahiert. Als Heroen der Malerei begegnen uns die ewig immer wiederkehrenden Konfliktpfeiler menschlicher Existenz. Der Betrachter sieht sich mit einem ernüchterten Weltbild konfrontiert.

Der Verlust der paradiesischen Unschuld durchzieht das Werk, ebenso wie die Sehnsucht nach eben diesem. Wir sehen die Bereitschaft den Finger in die Wunde zu legen. An manchen Stellen sogar eine gewisse Lust den Finger noch tiefer in die Wunde zu stecken als vielleicht nötig.

Ein Durst nach Erfahrung und intensivem Leben wird uns zuteil. Weit davon entfernt dekorativ oder gefällig zu sein, widmet sich Wende intensiv der Entwicklung der Psychologie durch die Malerei. Ein Modigliani verwandter Stil macht sich die Wirklichkeit untertan.

Angelika Wende hat einen Standpunkt, Ihre Sicht der Dinge. Wo Modigliani lasziv-ursprünglich arbeitet und die Naivität der Darstellung durch Details, wie lediglich angedeutete Augen bricht, invertiert Wende dieses Vorgehen.

Sie bricht die Naivität als erstes, die Hoffnung liegt bei ihr im Detail und treibt daraus eine Blüte, die bei einem ersten, oberflächlichen Blick einer Blume des Bösen gleicht, aber deren wahres Selbst die Liebe ist.

Christian Felder

Zur Vernissage am 19. März 2010 um 19 Uhr, liest der Schauspieler Lorenz Klee vom Staatstheater Mainz aus Texten Angelika Wendes, die im malerischen Prozess entstanden sind.

Im Rahmen der Ausstellung: am 15. April, 19 Uhr: „Medea, ein Mythos oder zeitlos?“ Szenische Lesung mit Angelika Wende und Max Roland, Schauspieler Frankfurt

Ein Teil des Erlöses der verkauften Bilder geht an das Frauenhaus Mainz.

Ausstellung vom 19. März bis 17. April 2010 Galerie ka5, Kapuzinerstrasse 5, 55116 Mainz www.galerie-ka5.de Tel. 0049 6131 6299846 Mob. 0171 9322363 Öffungszeiten: Mi-Fr 11-16 Uhr, Sa 11-15 Uhr

http://www.angelikawende.de/

Angelika Wende | angelikawende@aol.com