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Sendetermin: Montag 29.4.2013, 20:15 Uhr Arte

TV-Tipp: "Wolke 9" - Über die Wiederentdeckung der Leidenschaft

Eine Frau, die auf die 70 zugeht, trennt sich nach Jahrzehnten von ihrem Mann und damit vom Rentneridyll. Die zwar liebevolle, aber festgefahrene Beziehung gibt sie auf, um mit einem anderen Mann den zweiten Frühling zu erleben und aufs Neue sexuelle Leidenschaft zu erleben.

Inge lebt mit ihrem Mann Werner in einer Mietwohnung in Berlin-Schönefeld. Nur die gelegentlichen Schneiderarbeiten von Inge bringen die 30-jährige Ehe dann und wann aus dem Rentnertrott. Bei ihrer Arbeit lernt Inge den Witwer Karl kennen. Als sie ihm eine gekürzte Hose vorbei bringt, passiert es: Sie entdeckt mit Karl ihre Sexualität neu und spürt plötzlich, was im langen gemeinsamen Leben mit ihrem Ehemann Werner abhandengekommen ist.
Zunächst kehrt sie in ihr altes Leben zurück. Sie findet sich zu alt für einen Neuanfang. Sie misstraut den plötzlichen Gefühlen und scheut die damit verbundenen Konsequenzen. Doch aus dem einmaligen Ausrutscher wird schnell eine dauerhafte Affäre mit tragischen Konsequenzen ...

Ein ergreifender Film des deutschen Regisseurs Andreas Dresen mit vorzüglichen Darstellern, die das Tabuthema "Sex im Alter" mit großer Natürlichkeit, ohne Scheu und Hemmungen angehen. Vor allem aber beeindrucken die stillen, intimen Momente, die aufrichtigen Dialoge, die aus der jeweiligen Situation heraus improvisiert wurden.
"Wolke 9" erhielt zahlreiche Preise: Unter anderem wurde Andreas Dresen 2009 mit dem Deutschen Filmpreis für die beste Regie bedacht. Ursula Werner wurde hier ebenfalls mit der Lola für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet. 2009 wurde "Wolke 9" auch in Frankreich, in der Filmreihe "Un Certain Regard" auf dem Festival in Cannes, präsentiert.
Andreas Dresen, geboren am 16. August 1963 in Gera, drehte ab 1979 erste Amateurfilme. Von 1984 bis 1985 war er Tontechniker am Schweriner Theater. Anschließend absolvierte er ein Volontariat im DEFA-Studio für Spielfilme und arbeitete als Regieassistent bei Günter Reisch. Von 1986 bis 1991 studierte Dresen Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam. Seit 1992 ist er als Drehbuchautor und Regisseur tätig, neben Film und Fernsehen inszeniert er auch Theaterarbeiten. Seit 1998 ist Andreas Dresen zudem Mitglied der Akademie der Künste Berlin/Brandenburg. Mit seinen Dokumentar- und Spielfilmen gewann Dresen neben zahlreichen anderen Preisen den Deutschen Kritikerpreis ("Stilles Land", "Nachtgestalten", "Halbe Treppe"), den Deutschen Filmpreis in Silber ("Nachtgestalten", "Halbe Treppe"), den Grimme Preis in Gold ("Die Polizistin"), sowie den Silbernen Bären, den 24. Bayerischen Regiepreis und den Regiepreis der Festivals in Chicago und Gent ("Halbe Treppe"). 2005 wurde sein Spielfilm "Sommer vorm Balkon" im Offiziellen Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals von San Sebastián gezeigt. Der Film mit Inka Friedrich und Nadja Uhl in den Hauptrollen entwickelte sich zu einem der Arthouse-Sommerhits des Jahres.


Sendetermin: Montag 29.4.2013, 20:15 Uhr Arte


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