Walter Benjamin, Schriftsteller, Philosoph, Literaturkritiker, Medien- und Kulturhistoriker, der zwischen zwei Weltkriegen lebte. Diese Zeit ist das Laboratorium unserer Moderne und zugleich eine Epoche der Katastrophen. Walter Benjamin war ein erstrangiger Literat, der Kulturtradition und Avantgarde verband. Einer der Ersten, der disziplinübergreifend zu Themen wie Kunst, Medien und Technik arbeitete. Die Dokumentation zeichnet die Lebensgeschichte Benjamins anhand seiner Freundschaften nach, wie der zu Gershom Scholem, Theodor W. Adorno, Gretel Adorno und Bertolt Brecht.
Benjamin war ein Grenzgänger, der sich nicht an Disziplinen hielt. Wie seine Freunde. Diesen hat er stets Manuskripte geschickt, die Freunde waren sein Archiv. Sein Werk wurde von ihnen gehütet und spät erst von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen.
Erfahrungen und Arbeiten dieser Literaten und Intellektuellen im 20. Jahrhundert sind alles andere als eine einfache Erbschaft. Die Dokumentation handelt von Toten und Überlebenden. Im Zentrum der Sendung von David Wittenberg stehen Literaturen, Kulturen, Utopien, Untergang und Überleben. Nachdem Benjamin bereits in Frankreich interniert gewesen war, wählte er, obgleich im Besitz eines Visums für die USA, 1940 auf der Flucht über die Pyrenäen den Freitod. Regisseur David Wittenberg ist Autor zahlreicher Dokumentationen, unter anderem realisierte er für ARTE "Arbeit an der Utopie, Harald Szeemann und die Kunst der Ausstellung" (2005), "Heinrich Heine - Eine Zeitgeschichte" (2006), und "Wirbelwind. Vom Erfinden der Zeit" (1998).
Sendetermin: Mittwoch 23.1.2013, 22:10 Uhr Arte
ARTE G.E.I.E.
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© Charlotte Joël/Benjamin Archiv / WDR