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Sendetermin: Montag 28.1.2013, 22:05 Uhr Arte

TV-Tipp: "Es war einmal... Im Reich der Sinne" - Dokumentation über den japanischen Kinoklassiker

Das Drehbuch des japanischen Kinoklassikers "Im Reich der Sinne" beruht auf der wahren Geschichte von Sada Abe, die in Japan in den 30er Jahren großes Aufsehen erregte. Sada Abe war im Alter von 15 Jahren vergewaltigt worden. Sie arbeitete als Prostituierte und schließlich als Bedienung in einem Gasthof, in dessen Besitzer sie sich leidenschaftlich verliebte. Die Liebenden schotteten sich zusehends von der Außenwelt ab und gaben sich einer ununterbrochenen sexuellen Ekstase hin, die in der freiwilligen Tötung und Kastration des Liebhabers durch Sada Abe gipfelte. Nach einem viel beachteten Prozess wurde Abe zu sechs Jahren Haft verurteilt und nach fünf Jahren begnadigt. Sie hatte sich stets zu ihrer Tat bekannt und erklärt, sie aus Liebe begangen zu haben. Sada Abe avancierte zur Galionsfigur des aufkeimenden Feminismus in Japan. In den 60er und 70er Jahren wurden ihrer Geschichte fünf Filme gewidmet. "Im Reich der Sinne" ist der bislang letzte. Der japanische Originaltitel "Ai no korida" bedeutet "Corrida der Liebe": Wie ein Stierkampf endet auch diese Geschichte mit einer Tötung.
"Im Reich der Sinne" ist ein feministischer Film über Sexualität, realistisch in seiner Darstellung, doch nie obszön. Er ist als "revolutionäre Handlung" gedacht, denn laut Regisseur Oshima sprengt Sex die gesellschaftlichen Konventionen. Der Film entstand 1975 in Kyoto. Die Dreharbeiten dauerten vier Wochen. Alle drei Tage wurde das Rohmaterial nach Frankreich geschickt und dort 1976 postproduziert. Im selben Jahr lief "Im Reich der Sinne" bei der Berlinale und wurde beim Festival von Cannes in der Reihe "Quinzaine des réalisateurs" bejubelt. In Japan wurde Oshima der Prozess gemacht. Erst 1982 kam der Freispruch - fünf Jahre, nachdem der Film in einer zensierten Version in die Kinos gekommen und zu einem internationalen Erfolg geworden war.
Nagisa Oshima wurde 1932 geboren. Er brachte die japanische Nouvelle Vague 1959 mit seinem ersten Spielfilm ins Rollen. Oshima erklärte Japans repressiver und reaktionärer Gese llschaft den Kampf. Neben 22 Spielfilmen realisierte er mehrere Dokumentarfilme und arbeitete fürs Fernsehen.

Die Dokumentationsreihe "Es war einmal ...", konzipiert von Serge July, wirft ein neues Licht auf Spielfilme, die Geschichte gemacht und bei Kritik und Publikum bleibende Spuren hinterlassen haben. Jeder Beitrag stellt einen Kinofilm in seinen zeitgeschichtlichen Kontext, erzählt seine Entstehungsgeschichte und seine Wirkung auf das Publikum und er beleuchtet die verschiedensten Facetten des Werkes. Nach "Der letzte Tango in Paris", "Tess" und "Wild at Heart" heißt es in der aktuellen Folge "Es war einmal ..." "Im Reich der Sinne".
In David Thompsons Film zu Nagisa Oshimas "Im Reich der Sinne" kommen neben internationalen Filmschaffenden und Kritikern auch der Filmemacher Nagisa Oshima selbst so wie seine damaligen Hauptdarsteller Eiko Matsuda und Tatsuya Fuji zu Wort.



Sendetermin: Montag 28.1.2013, 22:05 Uhr Arte


Der Klassiker "Im Reich der Sinne" läuft direkt im Anschluss um 23:00 Uhr auf Arte.



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