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die feminine seite der kunst

TV-Tipp: Die Frauen des Impressionismus auf Arte.TV am 5. und 6.6.2009

"Impressionismus ist weiblich". Die Bilder von Berthe Morisot - Kollegin, Freundin und Modell von Edouard Manet - öffnen die Augen des Betrachters für die feminine Seite der wohl beliebtesten Stilrichtung der Kunstgeschichte. Morisots Talent und das anderer Künstlerinnen wie Mary Cassatt und Eva Gonzalès fordert aber auch eine Revision der Kunstgeschichte, die den Impressionismus als Domäne der Männer beschreibt, geprägt durch Künstler wie Monet, Degas und Manet. Frauen tauchen lediglich auf der Leinwand und nicht als Künstlerinnen hinter der Leinwand auf.

Die Galerie des Impressionismus muss um einige Künstlerinnen erweitert werden. Der Zweiteiler von Rudij Bergmann ergreift die Chance, neue Seiten dieser faszinierenden und revolutionären Kunstepoche zu entdecken, vor dem Hintergrund des Paris im ausgehenden 19. Jahrhundert. Der erste Film zeigt die Schicksale dreier Impressionistinnen:
Mary Cassatt, 1844 in einer reichen Familie in Pennsylvania geboren, hatte die seltene Möglichkeit Kunst zu studieren. In Paris lernte sie Degas kennen, der von ihren Fähigkeiten begeistert war. Doch seine und andere männliche Bewunderung verwehrte ihr private Bindungen. Obwohl sie sich als Frau auch nach Familie und Kindern sehnte und dieses Motiv immer wieder bei ihr auftaucht, blieb Mary Cassatt als Künstlerin allein.
Eva Gonzalès, Schülerin von Edouard Manet, starb in jungen Jahren, auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Sie hinterließ einige aufsehenerregende Werke und hätte vielleicht ihren berühmten Lehrer noch einholen können.
Die Dritte, Marie Bracquemond, überflügelte ihren Ehemann, den bekannten Graveur Felix Bracquemond, in der Kunst, was zu heftigen Konflikten führte. Der Mann behielt schließlich die Oberhand und Marie hing den Pinsel an den Nagel. Dies zeigt, dass nicht nur das Leben der Frauen, sondern auch ihr künstlerischer Ausdruck begrenzt wurden.

Die zweiteilige Dokumentation "Die Frauen des Impressionismus" setzt diese Künstlerinnen in Szene. Im Mittelpunkt stehen ihre Werke, die Ausgangspunkt für nicht nur ästhetische, sondern auch für geschichtliche und soziale Betrachtungen sind. Die Kunst als gesellschaftlicher Protest gegen das Zweite Kaiserreich des dritten Napoleon. Die Bilder des weiblichen wie männlichen Impressionismus sind vor diesem Hintergrund entstanden. Die Kunst ist aber auch beständiger Streitpunkt zwischen Männern und Frauen.

Wiederholungen:
05.06.2009 um 07:00
07.06.2009 um 23:55


Die Frauen des Impressionismus
(Deutschland, 2008, 26mn)
SWR
Regie: Rudij Bergmann

Quelle: www.arte.tv