„Der Tote im Nachtzug“: Im November läuft der zweite „Tatort“-Fall des neuen Frankfurter Ermittlerteams Nina Kunzendorf und Joachim Król. Unsere Autorin hat dem Kameramann beim Dreh über die Schulter geschaut, die Schauspieler hautnah erlebt und trotz gebührendem Abstand eine Szene vermasselt.
Kameramann Armin Alker ist ganz entspannt. Heute beginnt der Dreh erst um die Mittagszeit. Beim Meeting am Morgen mit dem Regisseur und den Schauspielern hat er die Szene besprochen, die heute dran kommt. Jetzt kann er in Ruhe Licht, Blickwinkel, Atmosphäre ausprobieren.
Regisseur Lars Kraume sagt, er habe den besten Kameramann engagiert. Alker will das nicht hören und schon gar nicht kommentieren. „Beim Tatort hast du das Glück, gefragt zu werden“, so formuliert er es lieber. „Ich hab das Vergnügen, bei vielen ganz tollen Filmen mitarbeiten zu dürfen“.
Er tut das schon seit 26 Jahren, und gerne beim hr, denn hier gebe es „diese Mischung aus Geschichten und Bildern“, die seinen Job als Kameramann so spannend mache: anspruchsvolle Fernsehspiele, Spielfilme, Märchenfilme und natürlich der „Tatort“.
Gleich sein zweiter Film, den er für den hr drehen durfte, war ein „Tatort“. Es folgten weitere – für ihn ist die Serie Kult, ein Traum und immer noch das absolute Highlight.
Heute wird in einer riesigen Lagerhalle der Frankfurter Hafenbahn gedreht. Hier ist viel Platz für das Equipment des Drehteams und für ein ganzes Zugabteil. Das wurde extra für die Szenen im Zug nachgebaut.
Es ist ein polnischer Wagen, denn „Der Tote im Nachtzug“ ist offenbar auf dem Weg von Warschau nach Frankfurt gestorben. Die Hauptdarsteller Nina Kunzendorf – sie spielt Kommissarin Conny Mey – und Joachim Król – er spielt Kommissar Frank Steier – sitzen vor der Halle in der Sonne und warten auf ihren Einsatz.
Der erste „Tatort“ des neuen Ermittlerteams erzielte eine Traumquote. Die beiden haben sichtlich Spaß an ihren Rollen, dem Drehbuch und dem Ambiente in der doch recht ungemütlichen Lagerhalle.
Rund 30 Leute sind heute mit dem Ablauf beschäftigt, allein sechs kümmern sich mit Armin Alker um die große Kamera. Jeder hat seinen Platz, bei aller Hektik ist die Atmosphäre entspannt, der Ton ausgesprochen freundlich. Man kennt sich und arbeitet gern miteinander. Vor allem auf den Kameramann wird es jetzt ankommen, doch der hält sich im Hintergrund.
Redaktion: sare Bild: © hr

