Gabriel von Eisenstein hat einst nach einer durchzechten Faschingsnacht seinen Freund Dr. Falke im Fledermauskostüm im ersten Morgengrauen aus der Kutsche gekippt und ihn so dem Spott derjenigen ausgesetzt, die normal gekleidet auf dem Weg zur Arbeit waren.
Für diese peinsame Konfrontation mit der Realität ersinnt Dr. Falke eine effektive Rache: Eigentlich müsste Eisenstein wegen Beamtenbeleidigung ins Gefängnis, aber Falke lockt ihn stattdessen auf einen Ball beim Prinzen Orlofsky. Dort führt er außerdem etliche nähere Bekannte des Herrn von Eisenstein zusammen - aber sie alle spielen an diesem Abend andere Rollen, und Eisenstein erkennt sie nicht.
Seine Frau kommt als ungarische Gräfin, deren Zofe als Tänzerin, der Gefängnisdirektor als Chevalier. Eisenstein selbst gibt sich als Marquis aus, und derweil sitzt irritiert der Liebhaber seiner Frau unter Eisensteins Namen in Eisensteins Schlafrock im Gefängnis. Nach dem walzerseligen Ball-Akt gibt es am nächsten Morgen eine große Demaskierung im Gefängnis, der Düpierte ist hier nun Eisenstein, der die Maske des bürgerlichen Ehe- und Ehrenmannes einbüßt, während alle anderen ihr unbotmäßiges Balltreiben allein auf Falkes Inszenierung schieben können. Die Fledermaus schlägt zurück!
Hinter dem turbulenten Verwechslungsspiel steckt mehr als bloßes gesungenes Amüsement: Die Bürger träumen sich im Rollenwechsel über ihr langweiliges, gesellschaftliches Alltagsniveau hinweg, aber dieser Traum mündet unsanft geradewegs im Kerkerfinale. 1874 wurde dieser Klassiker der Operette im Theater an der Wien uraufgeführt. Seitdem haben Melodien wie "Glücklich ist, wer vergisst", "Klänge der Heimat", "Spiel ich die Unschuld vom Lande" oder "Brüderlein und Schwesterlein" die Welt erobert.
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