Gesellschaft Freunde der Künste

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Eröffnung und Preisverleihung: 04.12.2009, 19.30 Uhr

Tobias Rehberger erhält den Hector Kunstpreis 2009 - Hector Förderpreis 2009 geht an Benjamin Appel

Zigarettenkippen hinter Plexiglas, bunt geringelte Säulen, blütenweiß lackierte Boxentürme, Designermöbel mit glatt polierten Flächen: Tobias Rehberger hat extra für die Kunsthalle drei Werkgruppen von „Fragments of their pleasant spaces (in my fashionable version)“erstmals in einem Ausstellungskontext re-inszeniert. Mit spielerischer Leichtigkeit und wenigen, souveränen Eingriffen definiert der Frankfurter Künstler und Städel-Professor die vorgefundenen Strukturen und Situationen neu.

Dabei verzahnt er Gattungen wie Skulptur, Interieur, Architektur, Design und Installation. Mit Tobias Rehberger kürt die Kunsthalle Mannheim am 4. Dezember einen der international herausragenden zeitgenössischen Bildhauer mit dem ersten Hector Kunstpreis.

Den Hector Förderpreis erhält Benjamin Appel. „Wie der Vogel in seinem Nest“ nennt er sein Werk in der Kunsthalle, für das er 60 Pflanzenkübel in einem Gewächshaus zusammen gezwängt hat und zwei Tonnen Zement zu zwölf Quadratmeter Betonfläche verarbeitet, in der ein rostiger Tank wie ein gestrandeter Wal feststeckt. „Die Arbeit bezieht sich auf sich selbst und stellt die Frage, was eine Rauminstallation überhaupt ist“, erklärt der 31-jährige Künstler.

Im Obergeschoss präsentieren die Zweitplatzierten des Hector Förderpreises in einer Gruppenausstellung unterschiedliche skulpturale Arbeitsweisen der Gegenwart. Eine babylonische Sprachverwirrung produzieren Özlem Günyol und Mustafa Kunt, indem sie aus 266 Lautsprechern alle Nationalhymnen der Erde gleichzeitig erklingen lassen.

Sandra Kuhne macht in ihrem „Vitalen Archiv“, das einem Fünf-Jahres-Plan folgt, die Auflösung der DDR zum Thema. Regine Müller-Waldeck initiiert in ihrer an die Arte Povera erinnernden Kunst einen Dialog zwischen den Materialien und lässt Einzelobjekte als Ganzes im Raum agieren.

Martin Pfeifle spielt mit Symbolen von Macht und Religion und hetzt zwei riesige Mutanten-Engel aus geknickten Eisenrohren aufeinander. Ebenfalls monumental ist das sternförmige Gebilde aus Holzlatten und Silberfolie, mit dem Martin Wöhrl den Raum erobert.

Ausstellung: 05.12.2009 bis 28. Februar 2010

Tanja Binder

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kunsthalle Mannheim

Tel. 0621-293 6433