Im zehnten Kriegsjahr verlässt Achill für fünfzig Tage das Schlachtfeld vor Troja. König Agamemnon hat ihn um seine Kriegsbeute betrogen. Achills Zorn, seine Wut und sein Leiden an der Zurücksetzung beschwört für die Archaier die drohende Niederlage. Denn Zeus selbst kümmert sich um den Helden. In Homers großem Epos erweist es sich einmal mehr, dass wir älter sind als nur von heute. Scheinbar gebannt in sicherer historischer Distanz, treffen uns seine Gesänge mit der Kraft einer Blendung mitten hinein in die Erfahrung von Haltlosigkeit auf dem unübersichtlichen Gelände unserer eigenen Existenz.
Unter den liebgewonnenen Ornamenten einer klangschönen aber fernen Klassik, legt die Ilias Übertragung von Raoul Schrott einen zeitgenössischen Körper frei, der uns schmerzhaft angeht. Im Theodor-Wiegand-Saal des Pergamonmuseums inszeniert Elmar Goerden die älteste europäische Dichtung als theatrale Versuchsanordnung und stellt sie zur zeitgenössischen Disposition.
Mit Hilke Altefrohne, Cristin König, Sabine Waibel, Robert Kuchenbuch, Andreas Leupold, Gunnar Teuber
Regie Elmar Goerden, Bühne Natascha von Steiger, Kostüme Karoline Bierner, Musik Jens Thomas, Dramaturgie Andrea Koschwitz
Aufführungen bis zum 22.12.2010
Kontakt
Maxim Gorki Theater Berlin, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Presse
Claudia Nola, presse@gorki.de, Tel. 030.20221-356
Link
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