Mit Langeweile als ständigem Begleiter will sich die Kaufmannsfrau Katerina nicht abfinden. Des täglichen Einerleis mit dem schlichten Ehemann Sinowi und dem tyrannischen Schwiegervater Boris überdrüssig, lässt sie sich auf das Werben des Arbeiters Sergej ein. Doch das Verhältnis bleibt nicht unentdeckt. Boris’ und Sinowis’ Leben werden dieser Liebe geopfert. Morde, die die Verhaftung von Katerina und Sergej nach sich ziehen.
Im Zug der Zwangsarbeiter nach Sibirien wendet sich Sergej von Katerina ab, weil er Gefallen an der jungen Sonjetka findet. Die nimmt Katerina nun in ihrer Verzweiflung mit in den Tod. Hier scheitert eine Frau an dem Versuch, der Trostlosigkeit einer patriarchalischen Gesellschaft zu entfliehen: Sie wird zur Mörderin. Das Russland des 19. Jahrhunderts hielt für Frauen kaum Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung bereit.
Das Libretto von Alexander G. Preis und Dmitri Schostakowitsch entstand nach einer Novelle von Nikolai Leskow, die 1865 erschien. Die menschliche Extreme im Spannungsfeld zwischen Repression und Emanzipation müssen Schostakowitsch fasziniert haben, denn seine expressive Komposition macht alle Leidenschaften nachvollziehbar und er versieht durch seine musikdramatische Sprache Katerinas Schicksal mit eindringlichen Bildern.
Zwei Jahre nach der Uraufführung 1934 wurde die Oper verboten, erst 1979 gelangte eine Partiturabschrift in den Westen. Von da an war der Erfolg dieses Werkes nicht mehr aufzuhalten.
In Kooperation mit dem Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.
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