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macht und recht sind nur leere floskeln

Theaternews aus dem Staatstheater Kassel: Edward II von Christopher Marlowe am 25.11.2011

König Edward bekennt sich öffentlich zu seiner Liebe zu Gaveston, seinem Günstling. Er vergisst darüber allerdings die Regierungsgeschäfte und gibt seine Königswürde der Lächerlichkeit preis. Der Hof stellt sich gegen ihn, an seiner Spitze der taktierende Mortimer.

Edward wird gezwungen, sich von seinem Geliebten zu trennen. Königin Isabella versucht, die Gunst ihres Mannes zurückzugewinnen. Es kommt zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Gaveston wird gefasst und ermordet. Edward sammelt alle ihm noch verfügbare Macht und beginnt seinen Rachefeldzug, dem alle führenden Aristokraten zum Opfer fallen bis auf seinen Gegenspieler Mortimer, dem es gelingt, sich nach Frankreich zu retten, wo bereits die gedemütigte Isabella auf ihn wartet.

Sie bilden ein Heer und ziehen siegreich gegen den König von England. Edward wird zum Verzicht auf die Herrschaft gezwungen, die er nominell weiterführen muss. In Wirklichkeit regieren Isabella und Mortimer, der ihr Geliebter geworden ist. Während Edward mehr und mehr zur stillen Leidensfigur wird, entpuppen sich nun die neuen Herrscher als Tyrannen.

Christopher Marlowe, der elisabethanische Autor, der William Shakespeare in mancherlei Hinsicht beeinflusste, lebte mutmaßlich von 1564 bis 1593. Edward II wurde 1592 von der Theatergruppe der »Pembroke’s Men« aufgeführt. Marlowe zeigt darin einen Staat, der auf seinen Untergang zutreibt, in dem Macht und Recht nur leere Floskeln sind – und in dem dunkle Leidenschaften die Politik bestimmen.

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