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basiert auf einer wahren Geschichte

Theaternews aus BIEL SOLOTHURN: Die Zofen - Das Stück basiert auf der wahren Geschichte zweier Schwestern

«Die gnädige Frau vergiftet uns mit ihrer Güte! Denn die gnädige Frau ist gütig! Die gnädige Frau ist schön! Die gnädige Frau ist sanft!»

Wenn Madame das Haus verlässt, schlägt die Stunde der Zofen. Dann ziehen Claire und Solange die kostbarsten Kleider an und inszenieren sich als Herrin und Untergebene. Diese Rollenspiele sind längst zu ihrem Ritual geworden und helfen den beiden, die gewohnten Machstrukturen für einmal zu vergessen. Doch dieses imaginierte, träumerische Leben macht die beiden auf Dauer nicht glücklich, im Gegenteil: Es vergiftet ihre Seelen, die Realität wird zusehends unerträglicher. Zwar spielen sie das Spiel beharrlich weiter, aber sie wissen, dass eine endgültige Befreiung ausschliesslich im wirklichen Leben geschehen kann. In ihrer Verzweiflung beschliessen sie, die gnädige Frau umzubringen. Doch der Plan misslingt.

Das Stück basiert auf der wahren Geschichte zweier Schwestern, die 1933 im französischen Le Mans ihre Dienstherrin und deren Tochter auf grausame Weise ermordet haben. Jean Genet, der durchaus Bewunderung empfand für die Schönheit elegant zelebrierter Brutalität, schrieb über seine Zofen, sie seien «Ungeheuer wie wir selber, wenn wir dieses oder jenes träumen». Das absurd-groteske Verwirrspiel zwischen Imagination und Realität untermauert diesen doch etwas unheimlichen Befund mit viel psychologischer Raffinesse und in bester Thriller-Manier.

Die 1947 am Pariser Théâtre de l’Athénée uraufgeführten Zofen begründeten Jean Genets (1910–1986) bizarre Karriere als französischer Skandalautor. «Saint Genet», wie ihn Jean-Paul Sartre nannte, war ein Grenzgänger, ein Desperado, der immer nah am Abgrund lebte. Auch seine kriminelle Laufbahn war beachtlich, sass er doch mehr als ein Dutzend Mal hinter Gittern!

Kontakt

THEATER BIEL SOLOTHURN
Beat Glur
Medienverantwortlicher
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