Gesellschaft Freunde der Künste

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9. bis 12. Januar 2012

Theater- und Tanzsaison der Berliner Festspiele - Zwischenfälle - vier Frauen, sechs Männer – als Feuerwerk aus Petitessen, Pikanterien, Patzern

„Mich interessiert nur der „Quatsch“: nur das, was keinerlei praktischen Sinn hat; mich interessiert das Leben nur in seiner unsinnigen Erscheinung“, bekannte der russische Avantgardist Daniil Charms (1905–1942). Und ähnlich absurd mag den französischen Farcen-Autoren Georges Courteline (1858–1929) und Pierre Henri Cami (1884–1958) die Welt erschienen sein.

Eine verwandte Sicht auf die Welt, ein ähnliches In-Frage-Stellen dessen, was gemeinhin als Wirklichkeit gilt, eine ähnliche Vorliebe für schiefe Situationen und schräge Typen und eine vergleichbare Neigung zur kurzen Form erlauben es, aus Schnipseln dieser drei Autoren eine Collage zu montieren, die ihre Unterschiede und Kontraste nicht verleugnet, sondern abwechslungsreich
gegeneinander setzt.

Regisseurin Andrea Breth lässt ihre zehn Darsteller in beinahe neunzig Rollen dreißig Szenen formen, ergänzt um eigene Improvisationen, zu einem
Panorama der seltsamsten Zwischenfälle.

Zwischenfälle
Szenen von Courteline, Cami, Charms
Regie Andrea Breth
Bühne Martin Zehetgruber
Kostüme Moidele Bickel
Licht Friedrich Rom
Sounddesign Alexander Nefzger
Requisite Angelika König
Dramaturgie Wolfgang Wiens


Mit Andrea Clausen, Gerrit Jansen, Corinna Kirchhoff, Roland Koch,
Markus Meyer, Elisabeth Orth, Hans-Michael Rehberg, Udo Samel,
Peter Simonischek und Johanna Wokalek


Orchester
Otmar Klein [Leitung, Klarinette]
Andreas Radovan [Gitarre]
Aaron Wonesch [Klavier]
Raphael Preuschl [Bass ]
Lenny Dickson [Schlagzeug]
Produktion Burgtheater, Wien


www.burgtheater.at
Dauer ca. 3h 15, eine Pause
Eintrittspreise € 53,00 | 46,00 | 38,00 | 29,00 | 19,00 | 12,00

Andrea Breth, geboren 1952, studierte Literaturwissenschaft in Heidelberg. Nach Regieassistenzen am dortigen Theater führten sie erste Inszenierungen ans Bremer Theater, nach Wiesbaden, Hamburg und West- Berlin sowie an die Schauspielakademie und das Theater Neumarkt in Zürich.

Von 1983 bis 1985 war Andrea Breth am Theater Freiburg engagiert. Mit „Bernarda Albas Haus“ von García Lorca wurde sie 1985 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, wo seither zahlreiche ihrer Inszenierungen zu sehen
waren. Im selben Jahr wählte sie die Kritikerjury in Theater heute zur Regisseurin des Jahres.

1986 wechselte sie für drei Jahre ans Schauspielhaus Bochum, wo sie u. a. mit
Greens „Süden“ und Gorkis „Die Letzten“ hervortrat. Nach Inszenierungen am Wiener Burgtheater (Kleists „Der zerbrochne Krug“ und O’Caseys „Das Ende vom Anfang“) war sie von 1992 bis 1997 Künstlerische Leiterin der Berliner Schaubühne.

Als Regisseurin realisierte sie hier u.a. „Der einsame Weg“ von Schnitzler, Gorkis „Nachtasyl“, Wampilows „Letzter Sommer in Tschulimsk“, Ibsens „Hedda Gabler“, Euripides „Orestes“, Tschechows „Die Möwe“ und „Onkel Wanja“,
Kleists „Die Familie Schroffenstein“ und „Stella“ von Goethe.


Seit 1999 ist Andrea Breth Hausregisseurin am Burgtheater Wien und erarbeitete hier Edward Bonds „Die See“, Horváths „Der jüngste Tag“, Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“, Schillers „Maria Stuart“, Albees „Die Ziege oder Wer ist Sylvia?“, Williams’ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, Tschechows „Der Kirschgarten“, Lessings „Minna von Barnhelm“ sowie die Uraufführungen von Albert Ostermaiers „Letzter Aufruf“ und „Nach den Klippen“; ihre Inszenierungen von „Emilia Galotti“ (2002) und „Don Carlos, Infant von Spanien“ (2004) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen.


Bei den Salzburger Festspielen war Andrea Breth erstmals 2002 mit „Das weite Land“ zu Gast, 2007 inszenierte sie hier Tschaikowskis „Eugen Onegin“, 2008 Dostojewskis Roman „Verbrechen und Strafe“. Als Opernregisseurin trat sie erstmals 2000 mit „Orfeo ed Euridice“ unter Ivor Bolton an der Oper Leipzig hervor. Es folgten „Die verkaufte Braut“ unter Stefan Soltesz in Stuttgart (2003) und „Carmen“ unter Harnoncourt bei der styriarte in Graz (2005).

Bei der Ruhrtriennale 2005 inszenierte sie das Projekt „Nächte unter Tage“.
Andrea Breth ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, darunter des Deutschen
Kritikerpreises (1986), des Fritz-Kortner-Preises (1987), des Wiener Theaterpreises Nestroy für Beste Regie (2003) und des Theaterpreises Berlin (2006). Sie ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main und der Akademie der Künste Berlin.


Im Rahmen der spielzeit’europa war Andrea Breth bereits 2008 mit ihrer Bühnenfassung von Dostojewskis Roman „Verbrechen und Strafe“ (Premiere bei den Salzburger Festspielen) nach Jahren als Regisseurin nach Berlin zurückgekommen.

9. - 11. Januar 2012 | 20 Uhr
12. Januar 2012 | 19 Uhr


Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
Deutschlandpremiere
ZWISCHENFÄLLE
Szenen von Courteline, Cami, Charms
Regie Andrea Breth
Premiere 5. Februar 2011, Burgtheater Wien, Akademietheater

Jagoda.Engelbrecht@berlinerfestspiele.de