In einer Abfolge von zehn Dialogen entfaltet der »Reigen« ein Panorama menschlicher Begegnungen, in deren Zentrum stets das sexuelle Begehren steht. Versprechungen und Verführung, Lügen und Selbstbetrug, Drängen, Locken und Geld sind die Mittel, die zum Einsatz kommen, um die Lust zu stillen. Kaum aber scheint es dabei wirklich um die Liebe zum Gegenüber zu gehen.
Der Wunsch nach puren Gefühlen und rauschhafter Lust ringt in den Protagonisten stets mit Narzissmus, Machtwille und Selbstsuche. Mit unromantischem Blick, aber melancholisch im Ton, analysiert Schnitzler die Mechanik des Aneinander-Vorbei.
Die Regisseurin Claudia Bauer erarbeitet für den »Reigen« eine musikalische Erzählweise – ein szenisches Konzert über Attraktivitätszwang, emotionalen Marktwert und die nie versiegende Liebessehnsucht, das die klaren Hierarchien des Schnitzlerschen Wiens in die dynamisierten Verhältnisse unserer Gegenwart überführt.
Dramen wie »Das weite Land« und »Professor Bernhardi« sowie Erzählungen wie die »Traumnovelle« und »Fräulein Else« machten Arthur Schnitzler (1862–1931) zu einem Hauptakteur der literarischen Moderne. Nach zwei skandalbegleiteten Aufführungen des »Reigens« in Berlin und Wien hatte Schnitzler jede weitere Aufführung untersagt. Erst 1982 hob sein Sohn das Verbot auf.
Regie Claudia Bauer
Dramaturgie Dag Kemser
Bühne/Kostüm Andreas Auerbach
Musik Peer Baierlein
Kontakt
Julia Lonkwitz
Tel.: (0391) 540 64 05
julia.lonkwitz@theater.magdeburg.de

