Die unvergleichliche Musik von Philipp Glass zieht mit ihrem Sog ins Innerste von Edgar Allen Poes dunkelster Erzählung. Carlos Wagner inszeniert das geheimnisvolle Meisterwerk am Gärtnerplatz.
Traumwandlerisch, assoziativ, soghaft nähern sich die immer wieder kehrenden musikalischen Motive Philip Glass’ einer der berühmtesten Erzählungen, die weit über eine Spukgeschichte hinausgeht.
Zum zweiten Mal nach dem großen Erfolg von Die Schöne und das Biest in der Inszenierung von Rosamund Gilmore (auch Die Zauberflöte) zeigt das Gärtnerplatztheater mit Der Untergang des Hauses Usher ein Werk von Philip Glass. Der bedeutende Vertreter der sogenannten „Minimal Music“ ist dem breiten Publikum vor allem durch seine mehrfach Oskar-nominierten Filmmusiken („The Hours“, „Truman Show“, „Kundun“) bekannt. Sein kompositorisches Werk umfasst bisher jedoch auch 22 Opern. Der ungeheuer dynamischen Spannung seiner Kompositionen kann sich kaum ein Zuhörer entziehen.
Nach einer Folge von unterhaltenden Neuinszenierungen am Gärtnerplatz kommt mit diesem Werk nun ein durch und durch düsteres, mysthisch-schwebendes Werk auf die Bühne. Für die Inszenierung konnte mit dem gebürtigen Venezuelaner Carlos Wagner ein international gefragter Opernregisseur gewonnen werden. Gemeinsam mit Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic und Kostümbildnerin Ariane Isabell Unfried taucht er das Stück in einen dunklen Kosmos. Die hierzulande fremdartig anmutende Körpersprache des japanischen Butoh-Tanztheaters bildet dabei eine wichtige Grundlage. Die Darsteller arbeiteten vor Beginn der Proben mehrere Tage mit dem Butoh-Tänzer Tadashi Endo. Die musikalische Leitung liegt in der Hand von Lukas Beikircher.
Realität oder Fantasie? Lebendig oder tot? Heute oder längst vergangen? Edgar Allen Poes Erzählung beantwortet bis heute keine der unzähligen Fragen, die sie aufwirft. Wenige Personen und Elemente stehen in ihrem Zentrum: William (Gregor Dalal), der sich um seinen seelisch zerrissenen Freund Roderick (Harrie van der Plas), den letzten Nachkomme des degenerierten Adelsgeschlechts Usher, sorgt, Rodericks Zwillingsschwester Madeline (Ella Tyran) und ein Haus, das ein mystisches Eigenleben zu führen scheint.
William findet seinen Freund in bedenklich geistesabwesendem Zustand vor. Auch die Anwesenheit von Rodericks Schwester gleicht einer gespenstischen Vermutung - erst recht, als Roderick sie für verstorben erklärt.
Inzest, Mord und Übernatürliche Erscheinungen hängen in der Luft - doch all dies setzt der Zuschauer für sich selbst im Kopf zusammen.
Die Inszenierung wird ab 16 Jahren empfohlen.
Oper in zwei Akten von Philip Glass
Libretto von Arthur Yorkins nach einer Erzählung von Edgar Allan Poe
Dt. Fassung von Saskia M. Wesnigk
Premiere am Freitag,
25. März 2011, 19.30 Uhr
Musikalische Leitung: Lukas Beikircher
Inszenierung: Carlos Wagner
Bühne: Rifail Ajdarpasic
Kostüme: Ariane Isabell Unfried
Besetzung
William Gregor Dalal
Roderick Harrie van der Plas
Madeline Ella Tyran
Ein Arzt Hans Kittelmann / Robert Sellier
Diener Sebastian Campione
Termine: Premiere 25. März 2011
dann 30. März; 3., 7., 14. April; 14. Mai, 24. Juni, 11. Juli, 19. Juli 11
30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung Einführung im Foyer
Tickets 6,- bis 55,-€ unter 089.21 85 19 60 oder www.gaertnerplatztheater.de
Staatstheater am Gärtnerplatz
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