Gesellschaft Freunde der Künste

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dramatisches Geflecht aus Liebe, Eifersucht, Hass, Neid

Theater KrefeldMönchengladbach: Don Carlo - Oper von Giuseppe Verdi am 21.1.2012

Ein hochdramatisches Geflecht aus Liebe, Eifersucht, Hass, Neid und der großen Sehnsucht nach politischer und religiöser Freiheit dominiert den spanischen Hof. Der junge Thronfolger Carlo liebt Elisabeth und hasst seinen Vater Philipp II., der Elisabeth aus politischen Gründen selbst geheiratet hat, anstatt sie – wie
ursprünglich geplant – dem Sohn zur Frau zu geben.

Der für Gedankenfreiheit kämpfende Marquis von Posa und die vor Eifersucht rasende Prinzessin Eboli ergänzen das Karussell der Charaktere. Einzig Karl V., Carlos Großvater, steht über allen verhandelten menschlichen Subjektivitäten. Aber: Existiert er tatsächlich oder ist es sein Geist, der Don Carlo vor dem Zugriff der Inquisition rettet?

Anders als Friedrich Schillers Drama Don Karlos aus dem Jahr 1787 konzentriert sich Giuseppe Verdis Oper Don Carlo auf die Seelenzustände der Protagonisten und arbeitet die unheilvolle Verquickung zwischen Politischem und Privatem heraus. Der antiklerikale Verdi führt in diesem Spätwerk seine privatesten Gedanken bezüglich einer Utopie von einem humanistisch geprägten Universalreich vor. Die dramatischen Arien der erregten Protagonisten und das berühmte Autodafé machen aus Verdis wohl dunkelster Oper ein musikalisches Kaleidoskop der großen menschlichen Gefühle.

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