Der Künstler – das ist die Tradition, die von der Renaissance bis zu Sabrina Setlur geht – ist der paradigmatische, der allgemeine Mensch. Er sieht sein Leben experimentell, auch der äußerste Glücksentwurf scheint möglich. Ein Pop-Märchen also, das ist die Grundidee des Stücks. Dass man ansetzt zum Gelingen – und von der Realität dann abgewatscht wird. Viele Leute sehen das mit Schadenfreude. Ich nicht. [Rainald Goetz]
Wir erleben eine rasante Suche im Irrgarten des Verhältnisses zwischen Künstler und Gesellschaft. Was erwartet die Gesellschaft von ihrem Künstler und wo ist der Ort, wo sie entsteht, die Kunst? Entsteht sie im Künstlichen oder eben doch im Realen? Rainald Goetz spürt diesen Fragen in allen Haupt- und Seitenstraßen des (Nacht-) Lebens nach, auf unnachahmliche Weise Diskurs und emotionale Kraft sprachlich verbindend. Derart pendelnd zwischen schönsten komödiantischen Banalitäten und den sprachlich exakt ausgeloteten Abgründen menschlicher Existenz entsteht im besten Falle das, wonach wir uns alle sehnen in der Kunst: Erkenntnis.
Wo: Theater Koblenz www.theater-koblenz.de am 18./21.11. sowie 1.12.2009

