Die junge Ingenieurin Schlee kommt von der Uni zum Bau. Sie gerät zwischen zwei Männer, Barka und Donat, und in die Grabenkämpfe eines Großprojekts, das Innovation und Fortschritt verheißt. Barka, Chef eines Bautrupps, macht alles auf eigene Rechnung. Wenn das Baumaterial fehlt, das er und seine Truppe brauchen, dann holt er es sich kurzerhand und nicht ohne Gewaltanwendung von einer anderen Baustelle.
Donat, der neue Parteisekretär, versucht, Barka und seine Truppe für das neu eingeführte Drei-Schicht-System auf dem Bau zu gewinnen. Barkas Anarchie setzt sich gegen das Chaos der Planwirtschaft zur Wehr, die Teil ist jenes Versuches, eine Alternative zum Kapitalismus zu begründen. Heiner Müllers Stück DER BAU entstand 1963/64 nach Motiven von Erik Neutschs Roman „Spur der Steine". Die Aufführung des Stücks wurde 1965 in der DDR abgesetzt, kurz darauf der Film von Frank Beyer ebenfalls verboten.
Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer fragen wir mit Müllers BAU nach dem Sinn und den Konflikten einer Utopie, die sich selbst und ihre jungen Protagonisten zerstört.
Nach seiner Produktion von Müllers DER AUFTRAG in Dresden und der Inszenierung des Monologs DER MANN IM FAHRSTUHL als Teil der Fassung von STALKER stellt Hasko Weber (*1963) mit DER BAU nun erstmalig in Stuttgart ein zentrales Werk Heiner Müllers vor.
Aufführungen bis zum 31.10.2010
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