Gesellschaft Freunde der Künste

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nach dem gleichnamigen Drama von Anton Tschechow

Theater in Zürich: Drei Schwestern - Oper von Peter Eötvös bis zum 14.4.2013, Hauptbühne Opernhaus

«Da flieht das Leben, und jeder Tag ist verloren» – Sehnsucht und Melancholie prägen das Leben der drei Schwestern Irina, Olga und Mascha. Sie sehnen sich nach Moskau, nach der grossen Liebe und nach einer anderen, besseren Existenz. Doch Andrej, der Bruder, in den sie so grosse Hoffnungen gesetzt haben, verliebt sich in die hysterische Natascha und fristet sein Dasein in der Provinz, statt endlich die versprochene Stelle in der Grossstadt anzutreten: Zurück bleiben zerbrochene Träume eines nie gelebten Glücks.

Der ungarische Komponist Peter Eötvös hat Tschechows berühmtes Drama zu einer klangsinnlichen Oper von grosser atmosphärischer Intensität verdichtet. Er bricht die Chronologie der Tschechowschen Vorlage auf und setzt sie neu zusammen: In drei Szenen werden dreimal dieselben Ereignisse geschildert, jeweils aus dem Blickwinkel einer anderen Figur. So entwickelt sich ein virtuoses Spiel voll wundersamer Spiegeleffekte über das Aussen und Innen der Protagonisten, über wirkliches und geträumtes Leben, reale und empfundene Zeit, Monotonie und tragikomische Verzweiflung. Eötvös hat auch den Klangraum seiner Oper suggestiv geweitet: Im Orchestergraben sitzt ein kammermusikalisch besetztes Ensemble, auf der Bühne, im Rücken der Sänger, ist ein zusätzliches Orchester platziert. Die Uraufführung der Drei Schwestern (Tri Sestry) 1998 in Lyon war ein Sensationserfolg. Inzwischen gehört Eötvös’ Oper zu den am häufigsten nachgespielten Stücken der vergangenen Jahrzehnte.

Der Schauspieler und Regisseur Herbert Fritsch, der am Berliner Theatertreffen 2011 mit gleich zwei Inszenierungen vertreten war, inszeniert am Opernhaus Zürich zum ersten Mal im Musiktheater. Die musikalische Leitung hat mit Michael Boder ein erfahrener Kenner zeitgenössischer Musik.

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