Fideliovon Ludwig van Beethoven gilt in der Operngeschichte als Monolith. Ein Grund dafür ist, dass es sich hier um das einzige Musiktheaterwerk aus der Feder dieses Komponisten handelt.
Theater in Würzburg
Viel wichtiger ist in diesem Zusammenhang aber, dass Beethovens Zugriff auf einen Stoff, der damals überaus populär war und gleich von mehreren Komponisten vertont wurde, von einer beeindruckenden Kompromisslosigkeit ist. Er kümmerte sich nicht um gängige Erwartungshaltungen, sondern brachte hier einen höchst individuellen und äußerst vielgestaltigen musiktheatralen Kosmos zur Entfaltung.
So steht Singspielhaftes neben der großen dramatischen Geste, Nummern von intim-verinnerlichtem Zuschnitt neben Äußerungen aufbrausenden Furors. Und am Ende sprengt Beethoven gar die ihn beengenden Grenzen einer herkömmlichen Operndramaturgie, wenn er die Nähe zum Hymnisch-Oratorienhaften sucht.
Was wie ein kühner, spontaner Wurf wirkt, hat freilich eine auffallend lange Entstehungsgeschichte, denn es existieren allein drei Fassungen und vier Ouvertüren zu diesem Werk. Für Beethoven war Fidelio also eine aufrichtige Herzensangelegenheit. Es drängte ihn – wie eigentlich jeden anderen Komponisten auch – zur Opernbühne. Darüber hinaus entsprach das Schicksal der Leonore, die sich unter Einsatz ihres Lebens als Mann verkleidet, um ihren zu Unrecht inhaftierten Gatten aus dem Gefängnis zu befreien, seinem idealistischen Weltbild.
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Für Beethoven war Fidelio also eine aufrichtige Herzensangelegenheit; (c) Falk von Traubenberg



