Unter einem „Sekundärdrama“ versteht die österreichische Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ein Begleitstück, das nicht ohne das Original gezeigt werden darf.
Theater in Wilhelmshaven
In diesem Falle ist es Goethes FAUST, genauer gesagt: die Gretchentragödie. Sie blitzt unter einem thematisch-assoziativen Textgeflecht immer wieder auf und rückt das berühmte Frauenschicksal in ein neues Licht. Gretchens Kerker wird bei Jelinek zu allen Kerkern und Kellern unserer Gesellschaft. So ensteht ein eindrückliches Gesellschaftsportrait unserer Zeit, das vor der Folie dieses vermeintlich bekannten Stoffes die Frage nach Opfern, Tätern und einem Weg der Befreiung fragt.
Freunde der Kunst
jarno.stiddien@landesbuehne-nord.de


Gretchens Kerker wird bei Jelinek zu allen Kerkern und Kellern unserer Gesellschaft; (c) Axel Biewer
