Nach dem Tod ihres Vaters wollen die drei Schwestern sofort nach Moskau zurück. Und doch setzen sie sich in der provinziellen Garnisonsstadt fest.
Theater in Wilhelmshaven
Olga ist unglücklich als Lehrerin, Mascha hat zu früh geheiratet und Irina sehnt sich nach der großen Liebe. Ein Jahr später ist alles schlimmer geworden: Irina hat zwei Verehrer, die sie beide verschmäht, Mascha hat eine Affäre begonnen und Olga hat sich mit Natascha, der Frau ihres Bruders zerstritten …
Jahr für Jahr sinkt die Hoffnung. Die Gespräche, die um die immer gleichen Themen kreisen, erscheinen wie ineinander geschachtelte Monologe, in denen jede Figur hofft, dass ihr endlich einmal jemand zuhören möge. Und gerade deshalb ist das Stück so reich an Gefühlen: Liebe und Hass, Zuneigung und Ekel. Komik und Tragik stehen direkt nebeneinander und das ungute Wissen, dass die Welt nichts mehr zusammenhält: „Ein mächtiger Sturm wird unserer Gesellschaft die Trägheit aus den Knochen schütteln und sie aus allen Fugen krachen lassen.“
Freunde der Kunst
Wie alle Stücke Tschechows berührt einen auch dieser Text ganz unmittelbar und entzieht sich gleichzeitig jeder eindeutigen Interpretation. Eine hochspannende Reise in unser Seelenleben.
jarno.stiddien@landesbuehne-nord.de


Wie alle Stücke Tschechows berührt einen auch dieser Text ganz unmittelbar und entzieht sich gleichzeitig jeder eindeutigen Interpretation; Fotos: Volker Beinhorn

