Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Premiere Samstag, den 17.09.2011, 19.30 Uhr

Theater in Wiesbaden: Othello - ein Gemisch aus rassistischen Klischees, sexuellem Neid und Banalitäten

Der schwarze Feldherr Othello hat heimlich seine große Liebe, die weiße Senatorentochter Desdemona, geheiratet. Desdemonas Vater will einen Prozess gegen Othello führen, aber Othello hat momentan die Oberhand: Die Republik Venedig braucht ihn dringend als Feldherr im Kampf gegen die Türken.

Doch Othello hat einen verhängnisvollen Fehler begangen: er hat den jungen Cassio zu seinem Leutnant gemacht und Jago bei der Beförderung übergangen. Der beschließt, sich zu rächen. Roderigo, der in Desdemona verliebt ist und immer noch auf sie hofft, wird zu Jagos willfährigem Werkzeug.

Um Othello auf die Fährte zu locken, die ihn, Desdemona, Cassio und sogar den harmlosen Roderigo in Tod und UnglÜck stürzt, braucht sich Jago nicht einmal die Hände schmutzig zu machen. Er muss nur geschickt in jene Regionen der Seele vordringen, wo die Ängste, das Misstrauen und die Vorurteile zu Hause sind.

Mit der Eleganz eines Croupiers platziert Jago in diesen dunklen Zonen seine Andeutungen und scheinbaren Indizien. Es ist ein Gemisch aus rassistischen Klischees, sexuellem Neid und Banalitäten über die angebliche Treulosigkeit der Frauen.

Othello, der erfahrene Haudegen auf allen Schlachtfeldern, ist in Gefühlsdingen unerfahren. Seine Liebe zu Desdemona wird von Eifersucht zerfressen und Jago spielt ihm geschickt scheinbare Beweise für deren Untreue in die Hände. Othello durchschaut die Intrige nicht:

Als er Desdemona tötet, glaubt er, einen Sühnemord für ihren Ehebruch zu vollziehen, während er doch nur der Spielball für Jagos Rache ist.

Shakespeare verwebt die Tragödie von Liebe und Eifersucht mit dem Thema, welch destruktive Macht Klischees und Vorurteile in den Händen eines gewieften Intriganten wie Jago entwickeln können. Dennoch liegt die eigentliche Kraft des Stückes in der Liebe zwischen Othello und Desdemona, auch wenn sie tödlich endet.

Dass sie über die Grenzen von Hautfarbe, Herkommen und Alter eine tiefe Beziehung zueinander fanden, ist der utopische Kern des Stückes. Die freudlose Intrige Jagos hingegen hinterlässt nur ein Trümmerfeld an menschlichen Beziehungen.

Intendant Manfred Beilharz, der in jüngster Zeit Stücke von ÖdÖn von Horvath im Schauspiel inszenierte, wendet sich nun wieder einem Drama von Shakespeare zu. 2003 inszenierte er im Großen Haus den ‚Sommernachtstraum‘ mit großem Erfolg. Mit ‚Othello‘ eröffnet das Schauspielensemble die Saison im Kleinen Haus.

InszenierungManfred Beilharz
BühneBernd Holzapfel
KostümeRenate Schmitzer
MusikRoman Beilharz
DramaturgieDagmar Borrmann
Mit:
OthelloMichael Günther Bard
Doge / Montano / u.a.Georg Luibl
BrabantioFranz Nagler
JagoMichael Birnbaum
CassioMichael von Burg
Roderigo / NarrJörg Zirnstein
DesdemonaSybille Weiser
EmiliaFranziska Werner
Bianca

Magdalena Höfner

http://www.staatstheater-wiesbaden.de/person_popup.php?width=500&height=300&personId=57059&eventClusterId=722986

Luftige Nichtse sind für die Eifersucht beweiskräftig wie’s Evangelium.
Jago in Othello von William Shakespeare

Tragödie von William Shakespeare

Deutsch von Frank Günther

Premiere

Samstag, den 17.09.2011, 19.30 Uhr

Kleines Haus

Mittwoch, den 21.09.2011, 19.30 UhrSamstag, den 24.09.2011, 19.30 UhrDonnerstag, den 29.09.2011, 19.30 UhrSonntag, den 02.10.2011, 19.30 UhrFreitag, den 14.10.2011, 19.30 UhrFreitag, den 21.10.2011, 19.30 UhrDienstag, den 25.10.2011, 19.30 Uhr

Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Pressereferat
Christian-Zais-Str. 3
65189 Wiesbaden


Ansprechpartner:
Sandra Ihrig
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de

Martin Kaufhold
Theaterfotograf
Fon +49 (0)611-132 413
m.kaufhold@staatstheater-wiesbaden.de