Gesellschaft Freunde der Künste

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Neuinszenierung von Regisseur Ansgar Weigner

Theater in Wiesbaden: Der Vogelhändler - Operette in drei Akten von Carl Zeller - Premiere am 8.10.2011

Es herrscht Aufruhr im kurfürstlichen Jagdrevier in der Rheinpfalz: Der Kurfürst hat sich zur Saujagd angesagt, aber bei deren Vorbereitung stellt der Waldmeister Baron Weps fest, dass die Dorfbewohner das ganze Wild ausgeräubert haben. Der Bürgermeister Schneck verspricht daraufhin, als Ersatz eine zahme Sau zu stellen und Weps aus der Gemeindekasse ein stattliches Schweigegeld zu zahlen. Das ist diesem nur recht, denn er muss wieder einmal die Schulden seines verschwenderischen Neffen Stanislaus bezahlen. Als der Kurfürst im letzten Augenblick jedoch die Jagd absagen lässt, fürchtet Weps um sein Schweigegeld und fasst gemeinsam mit Stanislaus den Entschluss, die Jagd doch abzuhalten. Mit Stanislaus in der Rolle des Kurfürsten! Dass die Kurfürstin in Verkleidung auch im Dorf ist, um ihrem Gatten, den sie bei einem Seitensprung vermutet, nachzuspüren, kann dieser allerdings nicht wissen.

Auch die Postbotin Christel ist erpicht darauf, den Kurfürsten baldmöglichst zu sehen, denn sie will ihn bitten, ihrem Verlobten Adam einen Posten als Menageriedirektor zu verschaffen, damit die beiden endlich heiraten können. Doch bis Christel ihren Adam endlich in die Arme schließen kann, vergeht eine herrliche Operetten-Ewigkeit mit einem Gewirr aus Wilddieberei und Korruption, Techtelmechteln und Eifersüchteleien und einer Musik, die einen Ohrwurm nach dem anderen bereit hält. Titel wie ‚Grüß enk Gott, alle miteinander‘, ‚Ich bin die Christel von der Post‘ und ‚Schenkt man sich Rosen in Tirol‘ gingen seit der Uraufführung der Operette 1891 in Wien um die ganze Welt. Von Adams Lied ‚Wie mein Ahn‘l zwanzig Jahr‘ waren binnen weniger Monate 200.000 Exemplare verkauft.


Carl Zeller, für den ‚Der Vogelhändler‘ zum größten Erfolg wurde, schrieb seine Musik auf ein Libretto von Moritz West und Ludwig Held. Und wenn die Wiener in ihrem Carl Zeller, neben Franz von Suppé, Johann Strauß Sohn und Karl Millöcker, den vierten Operettenklassiker der ‚Goldenen Ära‘ sehen, so hat wohl bis auf den heutigen Tag vor allem seine Meisteroperette ‚Der Vogelhändler‘ den entscheidenden Anteil an dieser Wertschätzung. ‚Der Vogelhändler‘ gehört zu dem halben Dutzend Operetten, die sich aufgrund ihres Esprits und ihrer urwüchsigen melodischen Kraft seit der Uraufführung ununterbrochen im Repertoire deutschsprachiger Bühnen behaupten. Und das zu Recht!


Die Neuproduktion inszeniert der junge Regisseur Ansgar Weigner, der sich in Wiesbaden bereits mit ‚Im Weißen Rössl‘ und ‚Der Vetter aus Dingsda‘ vorgestellt hat und dessen Arbeiten zuletzt an den Theatern in Chemnitz, St. Gallen, Krefeld, Mönchengladbach und Gera zu sehen waren.

Robert Schrag, der die Bühne gestaltet, arbeitet zum ersten Mal am Staatstheater Wiesbaden. Seit 1995 ist er freier Bühnen- und Kostümbildner für alle Sparten. Wichtige Stationen seiner Karriere sind u.a. das Landestheater Salzburg, das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Nürnberg, das Theater Augsburg, die Theater in Leipzig, Rostock, Coburg, die Prager Staatsoper, das Nationaltheater Brünn und die Theater in Pilsen, Paris, Marseille und Luxemburg. Mit Ansgar Weigner verbinden ihn bereits zwei Projekte: Prokofjews ‚Die Liebe zu den drei Orangen‘ am Theater Krefeld- Mönchengladbach sowie ‚Urfaust‘ am Landestheater Coburg.

Die Kostüme für ‚Der Vogelhändler‘ entwirft Renate Schmitzer, die nach festen Engagements an den Theatern von Dortmund und Ulm seit vielen Jahren freiberuflich arbeitet, und zwar sowohl im Bereich der Oper als auch für Ballett und Schauspiel. Für Wiesbaden hat sie bereits zahlreiche Kostümbilder konzipiert, allein diese Spielzeit stattet sie neben dem ‚Vogelhändler‘ auch ‚Simon Boccanegra‘ in der Oper und ‚Othello‘ im Schauspiel aus.

Die musikalische Leitung hat Wolfgang Wengenroth, der seit der Spielzeit 2009/2010 als 2. Kapellmeister am Hessischen Staatstheater engagiert ist. Hier dirigierte er die Premieren von ‚Kiss me, Kate‘ und ‚Sweet Charity‘ sowie unter anderem die Wiederaufnahmen von ‚Don Giovanni‘, ‚Così fan tutte‘ und ‚Hänsel und Gretel‘.

Als Gäste können Sie in dieser Neuproduktion die Tenöre Andreas Scheidegger und Carsten Süß als Vogelhändler Adam erleben, sowie Jud Perry als Stanislaus. Das erprobte ‚Duo infernale‘ Klaus Krückemeyer und Wolfgang Vater gibt die Prodekane. Die Rolle der nicht auf den Mund gefallenen Gefährtin der Kurfürstin mit Namen Adelaide, die in der Wiesbadener Produktion eine zentrale Rolle erhält, übernimmt Kerstin Witt.

Samstag, den 08.10.2011, 19.30 Uhr

Großes Haus

Samstag, den 15.10.2011, 19.30 UhrDonnerstag, den 27.10.2011, 19.30 Uhr

 

Hessisches Staatstheater Wiesbaden
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Christian-Zais-Str. 3
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Musikalische LeitungWolfgang Wengenroth
InszenierungAnsgar Weigner
BühneRobert Schrag
KostümeRenate Schmitzer
ChoreinstudierungAnton Tremmel
DramaturgieKarin Dietrich
Mit:
Kurfürstin MarieAnnette Luig
Adelaide, HofdameKerstin Witt
Baron Weps, Wald- und WildmeisterJoachim Goltz, Axel Wagner
Graf Stanislaus, sein NeffeJud Perry
Süffle, ProfessorKlaus Krückemeyer
Würmchen, ProfessorWolfgang Vater
Adam, der VogelhändlerAndreas Scheidegger, Carsten Süß
Christl, PostbotinSimone Brähler, Sharon Kempton
Schneck, DorfschulzeErik Biegel, Reinhold Schreyer-Morlock