Zum Saisonschluss bereiten Stephan Thoss und sein Ensemble einen neuen Ballettabend für die große Bühne vor. Diesmal erhalten die Tänzerinnen und Tänzer der Kompanie die Chance, in eigenen kurzen Stücken ihr choreografisches Können zu präsentieren. Leitgedanke des Abends ist die Suche nach dem Glück.
Insgesamt neun seiner hervorragenden Tänzer hat Stephan Thoss als künstlerischer Gesamtleiter des Abends eingeladen, kurze Choreografien und Szenen mit und für ihre Kollegen zu schaffen – glücklich darf sich eine Kompanie schätzen, die so viele talentierte Nachwuchschoreografen in ihren Reihen weiß! Die meisten der jungen Choreografen haben sich in den letzten Jahren bereits erfolgreich im Rahmen des Ballettabends 'spring' im Kleinen Haus oder des tanzXtra spezial 'If the trees could speak' im Juni 2012 als Tanzschaffende präsentiert und können ihre Arbeit nun weiterentwickeln. Für andere, etwa Ludmila Komkova und Romy Liebig, bedeutet es eine echte Premiere, ein eigenes Stück für die Kollegen zu entwickeln.
Theater in Wiesbaden
Bei 'Ballett Roulette' ist für alle der Einsatz hoch – und ebenso groß die Hoffnung auf Glück und Gewinn. So gleicht der Arbeitsplan im Ballettsaal einem täglichen Puzzlespiel, in dem jeder jeden nach Kräften unterstützt. Neun verschiedene, neue Stücke entstehen hier gleichzeitig und jeder Choreograf tanzt selbstverständlich noch in Kreationen seiner Kollegen.
Roulette, das Spiel mit der Kugel im Glücksrad steht als Sinnbild über diesem Ballettabend, an dem neun Mal das Spiel von vorne beginnt und alle Möglichkeiten offen sind: mit neuen Geschichten, neuen Perspektiven, mit Kontrasten und wechselnden Emotionen. Ebenso wie am Roulette-Tisch erleben die Zuschauer eine rasche Folge der Spiel-Stücke. Gleichzeitig weist das Spiel mit der Kugel, die im Rad auf ein unvorhersehbares Feld fällt, auf den Beruf des Tänzers, der jeden Tag und abends auf der Bühne in begrenzter Zeit alles aufs Spiel setzt, um erfolgreich und überzeugend zu sein und die Zuschauer zu berühren.
So unterschiedlich wie die Tänzerpersönlichkeiten sind auch Stil, Musik, Bewegungssprache und Konzepte der einzelnen Stücke, die ein Panorama der Ideen und Aspekte zur Suche nach dem Glück entfalten. Als Eröffnung choreografiert Romy Liebig für zehn Tänzerinnen und ebenso viele Tische. Alles dreht sich dabei um den Alltag dieser Frauen und um den Ausdruck ihrer Wünsche und Träume - in der Stimmung 'Energico furioso'. Dann geht Kihako Narisawa mit drei Tänzerkollegen an den Start, begleitet von elektronischer Livemusik durch die bekannten Wiesbadener Formation 'Time Trouble'. In spielerischer Konkurrenz nehmen die Tänzer den Raum ein und teilen ihn durch ihre Relationen untereinander auf.
Taulant Shehu lässt sich für seine Choreografie von Gedichten aus seiner albanischen Heimat inspirieren – vier Tänzer bilden einen einzigen Charakter, vier Tänzerinnen verkörpern die Hoffnung, die ihn beseelt. Valeria Lampadova zeigt zur suggestiven Musik von Ludovico Einaudi ein Duett mit Sabine Groenendijk und Tenald Zace. Für die Tänzerin ist die Nähe des Partners eine Erinnerung, die in diesem Moment real wird. Lumila Komkova hat für ihr Pas de deux Musik von Fazil Say ausgewählt, die Waldemar Martynel am Klavier zum Teil live spielen wird. Kihako Narisawa und Giuseppe Spota tanzen darin eine Partnerschaft mit Annäherung und Abgrenzung im Zeichen von Attraktion, Liebe und Eigenliebe.
Ballett in Wiesbaden
An seine vom Publikum bejubelte Choreografie für 'If the trees could speak' knüpft Anton Rudakov an mit einem schnellen und verrückten Spiel für drei Tänzerinnen und zwei Tänzer. Matthew Tusa choreografiert die Überraschungen des Lebens: zufällige und ebenso komische Begegnungen zwischen Charakteren und Paaren in einer Hotellobby ─ und ihre spielerischen Folgen. Maria Eckert zeigt das Ringen zweier Männer um die Befreiung aus einer engen Box zu einem erfüllten und bereicherten Leben. Musikalische Grundlage ihrer Arbeit bildet die Neukomposition von Max Richter zu Vivaldis 'Vier Jahreszeiten'. Als letzter der hoffnungsvoll Glücksuchenden schickt Frank Fannar Pedersen sieben Tänzerinnen und Tänzer in seiner neuen Choreografie als schicksalshaft verbundene Menschenkette auf die Bühne.
Freunde der Kunst
Lucia Zimmermann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Ballett Roulette - Ballettabend mit Choreografien von Mitgliedern des Ballettensembles; (c) Lena Obst

