Deutschland 1928: Die Inflation hat den Mittelstand um seine Ersparnisse gebracht, die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch an.
Theater in Wien
Auch die junge Agnes Pollinger ist betroffen. Da lernt sie vor dem Arbeitsamt Eugen Reithofer kennen, der sich ebenfalls schon lange auf Arbeitssuche befindet. Schnell kommen sich die beiden näher, doch zum vereinbarten Treffen am nächsten Tag kommt es nicht mehr. Agnes hat sich entschieden, "praktisch" zu werden und lässt sich fortan mit Männern ein, die ihr Arbeit und sozialen Aufstieg versprechen, sie letztlich aber ausbeuten.
Ödön von Horváths erster und posthum erschienener Roman "Sechsunddreißig Stunden – Die Geschichte vom Fräulein Pollinger" spiegelt das Lebensgefühl der Zwanzigerjahre zwischen Aufbruchsstimmung und Ernüchterung wider. Neue Medien wie Rundfunk und Film prägten diese Epoche ebenso wie politische Krisen und ihre dramatischen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Freunde der Kunst
Unterstützt von zwei Musikern verkörpern Raphaela Möst und Matthias Franz Stein nicht nur unzählige Rollen, sondern führen auch erzählend und kommentierend durch das Geschehen. Regisseur Fabian Alder spürt dem ironischen Ton des Romans nach und zeigt die messerscharf gezeichneten Porträts der Horváthschen Menschen zwischen Lebenslust und Überlebenskampf.
Premiere am 15.05.2014


Deutschland 1928: Die Inflation hat den Mittelstand um seine Ersparnisse gebracht, die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch an; Bild 1/3: (c) Moritz Schell
Bild 2: © Theater in der Josefstadt
