Ein Hotel – kurz vor dem Aus. „Zur schönen Aussicht“ nennt sich das herunter gewirtschaftete Etablissement verheißungsvoll. Ein einzigerGast hält den Betrieb noch aufrecht – die Baronin Ada Freifrau von Stetten. Diese ist zwar trunksüchtig und nymphomanisch veranlagt, dafür aber zahlungsfähig. Sie versammelt imHotel zu ihrem Vergnügen mehrereMänner um sich herum. Besonders hat es ihr der Hoteldirektor Strasser angetan, der sich ihr gegenüber in jeder Hinsicht dankbar zeigt.
Eines Tages taucht unvermittelt die junge Stenotypistin Christine auf. Im Jahr zuvor hatte sie eine kurze Affäre mit Strasser, deren Folge ein Kind war. Nun kommt sie in das Hotel zurück, um den Unwissenden zu einer Heirat zu bringen. Die versammelten Männer schmieden einen Plan: Alle geben vor, etwasmit Christine gehabt zu haben –wer der leibliche Vater des Kindes ist, sei daher nicht belegbar.
Doch das Komplott hättewohl nie stattgefunden,wenn derwahreGrund für Christines Rückkehr vorher bekannt gewesen wäre. Diese frühe Komödie des österreichisch-ungarischenDramatikers Ödön von Horváth ist eine wunderbar beißende Gesellschaftssatire. Sie deckt gekonnt die Kleingeistigkeit des Spießbürgers auf, indem sie erzählt, wie leicht und – von außen betrachtet wie vergnüglich – sich ein beschauliches Hotel in ein Tollhaus aus Intrigen und Lügen verwandeln kann.
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