Zwei Städte, zwei Theater, zwei Autorinnen. In einer Stückentwicklung suchen das DNT Weimar und das Centraltheater Leipzig nach Geschichte(n) und Mythos dieser beiden Städte, nach deutschen Zuständen des Heute und der Vergangenheit. Basierend auf Gesprächen der Autorinnen Claudia Grehn und Darja Stocker mit Menschen aus Weimar und Leipzig kristallisieren sich Figuren und Geschichten heraus, die Eingang in ihren dramatischen Text finden. Dabei entsteht ein Kaleidoskop unterschiedlichster Biographien, Geschichten und Lebensentwürfe, stets verbunden mit der Frage nach möglichen Wegen der Verweigerung und des Aufbegehrens gegen die Mainstream-Gesellschaft. Wie kann Widerstand formuliert werden?
Wie können die Individuen einer verstörten Gesellschaft aus ihren jeweiligen Referenzräumen heraus wieder zu Handelnden werden? Welchen Handlungsspielraum haben wir, wenn nahezu alle Widerstandsstrategien vom kapitalistischen System einverleibt wurden? Das Schreiben und Weiterschreiben auf der Bühne ist Prozess: Grundlage ist ein nicht „fertiger“ Text der Autorinnen, der während der Probenarbeit gemeinsam mit dem Schauspielensemble aus Weimar und Leipzig weiterentwickelt wird. Das Publikum wird schließlich Figuren treffen, die von ihren persönlichen Geschichten zwischen Sehnsüchten und Rebellion erzählen. Nora Schlocker wird sich mit dieser Arbeit als Hausregisseurin des DNT vom Weimarer Publikum verabschieden und nach den Schmutzigen Händen einmal mehr Formen von Auflehnung, Protest, Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Liebe ausloten.
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