»Die Schule ist unser aller gemeinsamer Garten, wir dürfen ihn nicht verwildern lassen.«
Theater in Weimar
Lenz´ Stück »Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung« ist das scharfsinnigste Stück aller Zeiten zu Erziehungsfragen und die erste Tragikomödie der Literaturgeschichte. Kai-Ivo Baulitz hat sie sich neu vorgenommen, hat sie aktualisiert und adaptiert. Der Rest ist Lenz. Und gar nicht mehr so historisch:
Läuffer hat einen Studienabschluss, aber keinen Job, denn an der öffentlichen Schule herrscht Einstellungsstopp. Unterbezahlt und in den Arsch getreten, bereitet er als Nachhilfelehrer Auguste, die Tochter einer ehrgeizigen Oberschichtsmajorin, auf den beruflichen Wettbewerb vor. Fritz will Karriere machen, studiert, und vernachlässigt darüber die Liebe seines Lebens: Auguste.
Läuffer, Angestellter zwar, aber auch Mensch, schwängert das ihm anvertraute Elitekind, haut ab ohne Alimente zu zahlen, findet Unterschlupf bei Wenzeslaus, dem letzten Lehrer aus Leidenschaft, und denkt um. Auguste taucht ab und Fritz gerät mit dem Wolfspelz tragenden Hipster Pätus auf die schiefe Bahn. Doch sie sind jung und nur etwas verzogen – noch ist nicht alles verloren.
Freunde der Kunst
Wer das alles nicht versteht, sind die Eltern, die vom Babyschwimmen bis zu den Extrabildungsausgaben wirklich alles richtig gemacht haben.


Die erste Tragikomödie der Literaturgeschichte; (c) Luca Abbiento


