Gesellschaft Freunde der Künste

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porträtiert drei unterschiedliche Frauengenerationen

Theater in Weimar: Die zweite Frau - Nino Haratischwilis Inszenierung am 20.1.2012

Laura ist unheilbar krank. Handlugnsunfähig geworden lässt sie ihr Leben Revue passieren: Zu spät bemerkt sie, dass sie ihr Leben lang eine Rolle gespielt hat, in der sie ihre eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte ausgeblendet hat. In der klassischen Trias Ehe, Kind und Haushalt hat sie stets nur der normativen Familienhierarchie gedient und sich selbst aufgegeben.

Mit ihrer pubertierenden Tochter Agnes existiert kaum eine Kommunikation, ihr beruflich erfolgreicher Ehemann ist abwesend. Schließlich nimmt Laura die Dinge selbst in die Hand und stellt die osteuropäische Haushaltshilfe Lena ein. Laut Plan soll diese nach Lauras Tod als "zweite Frau" nicht nur Mutterersatz für Agnes sein, sondern zugleich Geliebte des Ehemanns. Eine weitere Maßnahme familiärer Fürsorge, oder schlichtweg Rache?

Nino Haratischwili porträtiert drei unterschiedliche Frauengenerationen mit ähnlichem Lebensentwurf. Sie alle sind auf der Suche nach ihrem Selbst, das ihnen zwischen Erwartungshaltung der Anderen und eigener Sehnsucht nach Liebe und menschlicher Anerkennung verloren gegangen ist. Dabei kommt die Autorin zur schmerzlichen Erkenntnis: Die Teilerrungenschaften des Feminismus sind nicht nur an der Muttergeneration vorübergegangen, sondern auch am Leben ihrer Töchter. Auch Agnes träumt noch immer den Traum vom perfekten Märchenprinzen wie einst Laura.

Nino Haratischwili wurde 1983 in Tiflis, Georgien geboren. Sie studierte Film- und Theaterregie und ist Trägerin zahlreicher Preise, u.a. erhielt sie 2008 für ihr Stück Liv Stein einen der beiden Autorenpreise des Heidelberger Stückemarktes. 2010/11 war sie Hausregisseurin am Deutschen Theater Göttingen.

Olivier Coloni ist Schauspieler, Regisseur und Schauspieldozent und führt zum ersten Mal am DNT Weimar Regie. In Berlin inszenierte er zuletzt Marivaux' Die zweite Liebesüberraschung und Genets Die Zofen.

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