Im Mittelpunkt dieser 1642/43 in Venedig uraufgeführten, wohl berühmtesten Oper des 17.Jahrhunderts steht ein Intrigengeflecht am Hofe Kaiser Neros: Unterstützt von Amor gelingt es der schönen Poppea, den Kaiser derart zu umgarnen, dass er nicht nur seine rechtmäßigeGattin verstößt und seinen – dieser Maßnahme kritisch gegenüber stehenden– Prinzenerzieher Seneca zumSelbstmord zwingt, sondern die nicht standesgemäße Geliebte zuletzt sogar zur Kaiserin krönen lässt.
Busenello entwirft eine heillose Welt, in der die Tugend keinen Platz mehr hat – alle, die an Poppeas Aufstieg mitwirken oder ihn zu verhindern suchen, sehen sich gezwungen, amoralische Mittel anzuwenden. Der bereits hochbetagte und auf der Höhe seines Ruhms stehende Claudio Monteverdi entwickelte diese zwielichtigen Figuren zu plastischen und vielschichtigen Charakteren und schenkte ihnen seine vielleicht schönste, bis heute fesselnde Musik. Dabei erhielt er – zumindest was den überlieferten Notentext angeht – kräftige Unterstützung von den aufstrebenden Opernkomponisten der Generation nach ihm.
Das eigens für diese erste Produktion einer Oper des 17. Jahrhunderts am DNT zusammengestellte Instrumentalensemble aus hochkarätigen Barockspezialisten wird im Sinne der „historisch informierten Aufführungspraxis“ auf historischen Instrumenten spielen.
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