»Folterkammermusik« (Julius Korngold), »Schlächterarbeit im Kleide des Liebenswürdigen, lächelnder Mord« (Oskar Bie) – so lauteten die Reaktionen auf Puccinis »Tosca« von 1900. Und diese Attribute bezogen sich nicht nur auf den Stoff, der drastische Szenen wie Folter, sexuelle Nötigung, Selbstmord, Mord bereit hält, sondern ebenso auf die musikalische Sprache.
Theater in Saarbrücken
Der Komponist ließ sich nicht beirren und konterte die Forderung nach mehr Poesie, indem er die erfolgreiche, vorangegangene Oper »La Bohème« als Vergleich heranzog: »Die Stimmung der ›Tosca‹ ist nicht romantisch und lyrisch, sondern leidenschaftlich, qualvoll und düster. Hier haben wir es nicht nur mit guten Menschen zu tun, sondern auch mit abgefeimten Schurken wie Scarpia und Spoletta …
leidenschaftlich, qualvoll und düster
Mit einem Wort, wir brauchen hier einen anderen Stil. Mit ›Bohème‹ wollten wir Tränen ernten, mit ›Tosca‹ wollen wir das Gerechtigkeitsgefühl der Menschen aufrütteln und ihre Nerven ein wenig strapazieren. Bis jetzt waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein.«
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Nicht romantisch und lyrisch, sondern leidenschaftlich, qualvoll und düster; (c) Thomas M. Jauk

