Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

ergreift Partei für eine gesellschaftlich geächtete Liebe

Theater in Münster: La Traviata - Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi am 30.10.2011

"Lasst uns genießen! Vergänglich und flüchtig sind die Freuden der Liebe; sie sind eine Blume, die erblüht und verwelkt, derer man länger sich nicht erfreuen kann ... Alles auf Erden ist sinnlos, was nicht Genuss ist!" Violetta Valéry, die Kameliendame, singt diese Sätze in dem berühmten Trinklied "Libiamo", einem der Welt-Hits in Verdis "La Traviata".

Im Wechsel ihrer Liebschaften, zwischen Festen und Spielsälen, versucht sie rastlos, tiefere Gefühle zu verdrängen. Das mahnende Bewusstsein ihrer unheilbar fortschreitenden Lungenkrankheit betäubt Violetta im Rausch des Vergnügens. Dann aber begegnet ihr der junge Alfred Germont, der ihr aufrichtig seine Liebe erklärt. Mit einer der wunderbarsten Melodien Verdis singt er von "jener Liebe, die der Pulsschlag des ganzen Universums ist" - ein musikalisches Thema, das die Oper durchzieht.

Als Violetta es zum ersten Mal hört, weist sie Alfred zurück: "Nur Freundschaft kann ich Euch bieten: Lieben kann ich nicht ...", doch schenkt sie ihm zum Abschied eine Kamelie, mit der Bitte, sobald diese verwelkt sei, zu ihr zurückzukehren. Kaum ist Alfred gegangen, erwacht in Violetta das Gefühl der Liebe zu ihm.

Welch ungeheure, das Leben umstürzende Kraft die Liebe ist, zeigt "La Traviata" mit beispielloser Intensität. Und ebenso die Katastrophe ihrer Zerstörung durch gesellschaftliche Konventionen und familiäre Zwänge: Nachdem Violetta und Alfred beschließen, auf dem Land ein neues Leben zu beginnen, schreitet Alfreds Vater ein, der die sozial anrüchige "Halbweltdame" in seiner Familie nicht duldet.

Hinter dem Rücken seines Sohnes setzt er Violetta solange unter Druck, bis sie Alfred einen Abschiedsbrief schreibt und in die Verhältnisse zurückkehrt, denen sie entronnen war. An ihnen geht sie schließlich zugrunde. "La Traviata" bedeutet wörtlich: die "auf Abwege Geratene". Mit dieser 1853 uraufgeführten, heute populärsten aller Opern Verdis ergreift der Komponist einmal mehr bedingungslos Partei für eine gesellschaftlich geächtete Liebe.

Kontakt

Städtische Bühnen Münster
Generalintendant: Wolfgang Quetes
Verwaltungsdirektorin: Rita Feldmann
Neubrückenstr. 63
48143 Münster
staedt-buehnen@stadt-muenster.de