Teufelskerle sind sie, die Maskes: Sie gehen in der Öffentlichkeit unbeirrt ihren Weg, der von Generation zu Generation ein Stück voran führt, rechnen pedantisch ihr Leben aus und halten alle Abgründe, Laster und Flecken auf der biographischen Landkarte geheim.
Theater in München
Der kleine Beamte Theobald Maske nutzt das Missgeschick seiner Frau, die auf offener Straße die HOSE fallen lässt und erotisierte Untermieter anzieht wie Mücken das Licht, für die finanzielle Stabilisierung incl. Stammhalterzeugung und organisiert sich außerehelichen Sex obendrein. Sein Sohn Christian, der SNOB, hat es zu Vermögen gebracht und arbeitet an der Vervollkommnung seines Lebenslaufs: kostspielige Verleugnung der Eltern, Einheirat in die Aristokratie, ideeller Vatermord. 1913 erweist sich Christians Tochter Sophie mit Geschäftssinn und Skrupellosigkeit als würdige Erbin des Maske-Imperiums und lässt den Vater beim Rüstungswettlauf fast ins Messer laufen.
Freunde der Kunst
Carl Sternheims Dramenzyklus "Aus dem bürgerlichen Heldenleben" war ein hellsichtiger, scharfgeschnittener Kommentar zum Übergang von wilhelminischer "Plüschzeit" zu Weltkriegsbeginn. Heute taugt er dazu, den vitalen, neoliberal befreiten Bürger endlich zu feiern.
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Teufelskerle sind sie, die Maskes: Sie gehen in der Öffentlichkeit unbeirrt ihren Weg; (c) Andreas Pohlmann