Gesellschaft Freunde der Künste

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Musical von Robert Wilson

Theater in Mönchengladbach: The Black Rider - The Casting of the Magic Bullets

Das Herz der Försterstochter hat Wilhelm längst gewonnen, nicht aber die väterliche Zustimmung. Dafür müsste er mit dem Gewehr umgehen können.

Theater in Mönchengladbach

“O Wilhelm, lerne jagen”, lautet folgerichtig der Stoßseufzer Käthchens, der brave Wilhelm aber ist Buchhalter und trifft aus fünf Metern Entfernung kein Garagentor. In seiner Liebesnot lässt er sich schließlich auf einen Pakt mit dem Teufel ein, der ihm sieben magische Kugeln (magic bullets) überlässt, die ihr avisiertes Ziel niemals verfehlen. Damit sollte nun der von Käthchens Vater – als Bedingung für seinen Hochzeitssegen – geforderte Probeschuss gelingen. Doch das geht nicht gut, denn die siebte Kugel wird vom Teufel selbst gelenkt.

150 Jahre zuvor, in Carl Maria von Webers Oper “Der Freischütz” ging es allerdings noch gut. Das Käthchen (Agathe bei Weber) scheint schon von der Teufelskugel ihres Bräutigams getroffen, als der gute Eremit die Kugel in allerletzter Sekunde umlenkt.

Beat-Poet William S. Burroughs, der die Story Ende des zwanzigsten Jahrhunderts für “The Black Rider” aufgriff, hält vom Auftritt des deus ex machina gar nichts: Konfuzius sagt: ‚Wer an Geschichte von Tod Happy-End hängt, soll nehmen Strick selbst‘, lässt er seine eigene Bühnenfigur Burroughs im Stück sagen.

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Die 1990er Kollaboration von ihm mit dem Theatermagier Robert Wilson und dem berühmten Musiker Tom Waits war eine Sensation! Aus dem Stand gelang ihnen ein Bühnenklassiker, der in seiner zeitenübergreifenden Mixtur aus Rock-Musical, Vaudeville, Groteske, Moritat, Schauerromanze und surrealer Performance einzigartig ist und immer wieder neu zum Leben erweckt werden will.

am 19.09.2014

saskia.fetten@theater-kr-mg.de