Machmud Darwisch beschreibt in Ein Gedächtnis für das Vergessen einen Tag im August 1982 während der israelischen Belagerung von Beirut. Schon der Beginn des Tages ist schwierig für den Erzähler: Wegen des Bombenangriffs ist es zu gefährlich, die Küche der Wohnung zu betreten.
Theater in Mönchengladbach
Doch was ist ein Morgen ohne eine duftende Tasse Kaffee? Schließlich siegt die Lust auf den Kaffee über seine Angst – und er wagt sich sogar in die zerstörte Stadt hinaus. Auf den Straßen von Beirut denkt er über die israelisch-palästinensische Geschichte nach, seine Liebe zu einer israelischen Frau, die Zeit im Gefängnis. Die alltäglichen Geschehnisse verbinden sich mit Gedanken zur Situation im Mittleren Osten, die Worte der Geliebten mit der politischen Realität, die sie trennt.
Berührend und poetisch erzählt Machmud Darwisch – der herausragendste zeitgenössische Dichter des palästinensischen Volkes – vom Alltag und von den Hintergründen des Krieges. Zeit seines Lebens setzte sich der Autor für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern ein. Gleichzeitig war er jedoch ein scharfer Kritiker der israelischen Politik und der palästinensischen Führung.
Thema der Reihe Außereuropäisches Theater ist diesmal die Reflexion der Umwälzungen im arabischen Raum, die seit 2010 mit dem Arabischen Frühling weltweit Beachtung finden.
Freunde der Kunst
Die Regisseurin und Schauspielerin Maya Zbib ist Mitglied des Beiruter Theaterkollektivs Zoukak. Neben Inszenierungen wie Silk Thread (2012), das sich mit Gewalt und Geschlechterbildern im arabischen Märchen auseinandersetzt, gibt Maya Zbib u. a. Theaterworkshops für Menschen im Libanon, die direkt oder indirekt vom Krieg betroffen sind.


Berührend und poetisch erzählt Machmud Darwisch vom Alltag und von den Hintergründen des Krieges; (c) siehe Bilder
