Erst Mitte Juli, kurz vor Spielzeitende, konnte Achim Freyer als neuer Regisseur für den Ring des Nibelungen gewonnen werden, nachdem sich der ursprünglich vorgesehene Regisseur Christof Nel und das Haus im beiderseitigen Einverständnis getrennt hatten.
Achim Freyer ist nun am Nationaltheater angekommen: erst vergangene Woche ist er aus Korea zurückgekehrt, wo er am 8. September ein Stück der traditionellen koreanischen Musikform Pansori als Oper auf die Bühne brachte.
In Mannheim begann Freyer diese Woche mit den Proben für die Premiere Das Rheingold. Freyer übernimmt neben der Regie auch die Konzeption für Bühne und Kostüm.
Nach der Technischen Bauprobe arbeiten alle Abteilungen nun auf Hochtouren und sind hochmotiviert. „Eine Herausforderung für alle Beteiligten, aber wir sind sicher, dass alles bis zur Premiere am 28. Oktober fertig sein wird“, so Operndirektor Klaus-Peter Kehr. „Achim Freyer kennt das Haus, und das Haus kennt Achim Freyer: nach Medée und La traviata ist es die dritte Inszenierung Freyers am Nationaltheater Mannheim. Es ist ein hochspannender und inspirierender Prozess ihm auf seinem Ideenweg zu folgen. Wir sind sehr froh, dass wir ihn wieder hier bei uns am Haus haben“, so Generalintendantin Regula Gerber.
Der Zwerg Alberich raubt den Rheintöchtern das Rheingold und lässt sich daraus einen Tarnhelm und einen Ring schmieden, der ihm unermessliche Macht verleiht. Die Riesen Fafner und Fasolt haben den Göttern die Burg
Walhall gebaut und sich dafür die Göttin Freia als Lohn ausgehandelt. Göttervater Wotan jedoch verweigert die Herausgabe Freias, die den Göttern ewige Jugend erhält. Stattdessen bietet Loge, der listige Feuergott, den Riesen
Alberichs Gold an. Mit Betrug kommen Wotan und Loge an das Gold und den Ring. Alberich aber heftet einen Fluch an den Ring, der jeden zerstören soll, der sich seiner bemächtigt. Und tatsächlich: Fafner erschlägt im Streit um das Gold seinen Bruder Fasolt. Wotan wird von der Göttin Erda das Ende der Götter prophezeit. Besorgt über die Prophezeiung schreiten er und die Götter über eine Regenbogenbrücke zur Burg.
Mit einem sich über 136 Takte steigernden Es-Dur Akkord beginnt ein beinahe 16 Stunden dauerndes Ereignis, das sich über vier Abende erstreckt: Der Ring des Nibelungen.
Über ein Vierteljahrhundert, von 1848 bis 1874, hat Richard Wagner an diesem Gesamtkunstwerk gearbeitet. Die Einheit, die das Werk mit seinen dramatischen, epischen und symphonischen Momenten trotz der Brüche und Risse wahrt, ist erstaunlich. Im Ring rückt zwischen
den Konfliktpolen Gesetz, Macht, Politik und Liebe das gesamte Spektrum gesellschaftlicher Auseinandersetzung der Moderne in unser Blickfeld.
Premiere Das Rheingold von Richard Wagner am 28. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus
Einführungsmatinée am 23. Oktober, 11.00 Uhr, Theatercafé
Sandra Strahonja
-Pressereferentin Oper und Schauspiel-
Nationaltheater Mannheim
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