König Basilius hat seinen Sohn Sigismund nach dessen Geburt an einen geheimen Ort bringen und in einen Turm sperren lassen, da ihm die Sterne prophezeit hatten, aus Sigismund würde ein unberechenbarer, tyrannischer Herrscher werden. Als die Thronfolge ansteht, beginnt Basilius an der Prophezeiung zu zweifeln. Um seinen Sohn zu prüfen, wird der erwachsene Sigismund zum Hof gebracht und für 24 Stunden wie ein König behandelt. Das Experiment, mit dem der Vater die Regierungstauglichkeit seines Sohnes testen wollte, scheitert. Sigismund gebärdet sich unberechenbar und aggressiv und wird wieder in den Turm gesperrt. Um ihn zu beschwichtigen, erklärt man ihm, dass seine Freiheit nur ein Traum gewesen sei … Calderóns märchenhafte, ernste Komödie aus dem Spanien des Barockzeitalters schildert nicht nur einen Generationskonflikt, in dem ein Vater den Sohn als Versuchsobjekt missbraucht, sondern fragt mit diesem philosophischen Menschenexperiment à la Kaspar Hauser, wie frei wir in unserem Denken und Handeln wirklich sind. Es ist die Frage nach dem freien Menschenwillen, der gerade heute von den modernen Naturwissenschaften zur
Disposition gestellt wird.
Mit mehr als zweihundert Theaterstücken gilt Calderón als bedeutendster Dramatiker in Spaniens Goldenem Zeitalter der Künste. Das Leben ein Traum wurde 1630 uraufgeführt.
In Mannheim inszeniert Calixto Bieito, der zuletzt bei Bernarda Albas Haus Regie führte.
EINE KOOPERATION MIT BARCELONA INTERNACIONAL TEATRE (BIT) UND TEATRE ROMEA BARCELONA
Pedro Calderón de la Barca
Inszenierung Calixto Bieito
Bühne Calixto Bieito / Carles Pujol
Kostüme Mercè Paloma
Mitarbeit Bühne und Kostüme Kathrin Younes
Dramaturgie Ingoh Brux
bis 18.10.2012
Sandra Strahonja
-Pressereferentin Oper und Schauspiel-
Nationaltheater Mannheim
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68161 Mannheim
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Alle Fotos: Hans Jörg Michel
